Blisse-Müller-News

Kirsten und Detlef unterwegs

8 – von Eberbach nach Heidelberg (letzte Etappe)

Aug. 012016

Wieder eine recht kurze Tour von 35 km durch den hügeligen Odenwald zu unserem Zielort. Unterwegs ist auch nichts aufregendes passiert. Die Radwege waren nicht sonderlich gut und die letzten Kilometer mussten wir auf einer ziemlich befahrenen Straße in die Stadt hinein fahren. Als wir dann dort waren, ging’s nur noch zu Fuß weiter – alles voller Menschen. Heidelberg ist ja auch die Stadt mit der größten Touristendichte Deutschlands.
Die Kultur ist heute etwas kurz gekommen. Montags ist nicht viel los.
Aber etwas gelernt haben wir schon unterwegs. Das Nibelungenlied aufgefrischt. In Neckarsteinach gibt es einen Nibelungengarten. Der Verfasser der Story ist zwar offiziell nicht bekannt, aber es gibt Hinweise, dass es ein Herr Bligger II. gewesen sein könnte. Und der wohnte in Neckarsteinach. Deshalb wurde dort der Garten eingerichtet in dem Skulpturen der Protagonisten aufgestellt sind.

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Siegfried ist der ganz Linke.
Da Montags auch fast alle Biergärten hier geschlossen haben, sind wir im Garten – Cafe eingekehrt. Bei Flaschenbier (die Sorte passt nicht ganz zum Shirt) und Weinschorle.

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Nachmittags haben wir dann Heidelberg erkundet. Total voll. Auffällig viele gut situierte Araber, mit mehreren – teilweise vollverschleierten – Frauen und Kindern, die die teuren Läden frequentiert haben. Einige der Frauen hatten ‘getapte’ Nasen – die haben sich hier wohl verschönern lassen. Sieht bescheuert aus, wenn die großkotzigen Paschas vor ihrem Harem herumstolzieren.
Und die fotografierenden Asiaten waren auch alle hier.

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Es gab aber auch weniger belebte Plätze in der Stadt.

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Morgen geht es dann mit dem Zug zurück nach Stuttgart und dann noch für ein paar Tage in den Schwarzwald.

Insgesamt sind wir in den letzten 8 Tagen 380 km gefahren. Ohne Probleme und ohne Pannen oder sonstigen Schäden (außer, dass meine Nase etwas gerötet ist von der Sonne). Die Regensachen hatten wir umsonst mitgeschleppt. Auch die etwas wärmeren Fahrradklamotten.
Die Strecke war meist gut zu befahren und auch die Landschaft ist schön. Es ist nur ziemlich laut in Baden-Württemberg. Ständig Verkehrslärm und / oder laute Maschinen, Rasenmäher oder ähnliches. Und wenn die mal Pause haben, läuteten die Kirchenglocken um die Wette.

7 – von Heilbronn nach Eberbach

Juli 312016

Nach dem Schwarzwald, der Schwäbischen Alb und dem Industriegebiet rund um Stuttgart sind wir heute durch den Odenwald gefahren. War etwas hügelig und windig (Den Wind hatten wir bisher eigentlich nicht vermisst.). Aber ganz schön, wenn man von der geringen Biergartendichte absieht.
Leider hat auch fùr die Kultur das Timing heute nicht gestimmt.
Gegen Mittag haben wir gegenüber von Moosbach eine Pause gemacht, um unsere Obstvorräte zu essen. Der Grund für den Stopp war die – ziemlich laute – Rockmusik vom anderen Ufer des Neckars. Und keine Brücke in der Nähe.
Später haben wir dann erfahren, dass dort am Abend Deep Purple spielt. Da waren wir aber schon 30 km weiter.
Aber es gibt ja noch den Herrn Goethe. Der hat den ‘Götz von Berlichingen’ geschrieben. An dessen Wohnhaus sind wir kurz darauf vorbei gefahren. Ist noch recht gut erhalten.

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Es gab noch etliche Ritter – Wohnhäuser, von denen einige sogar heute noch von unseren übriggebliebenen Fürsten bewohnt sind, an der Strecke.
Zum Beispiel in Zwingenberg. Da wurde heute der ‘Freischütz’ aufgeführt. Unsere Lust, am Abend die 10 km zurück und nachts wieder ins Hotel zu fahren, hielt sich in aber Grenzen…
Wir hatten ja schon 62 km hinter uns.
Also sind wir in Eberbach geblieben. Ein Ort mit rund 14000 Einwohnern und einer recht hohen Gaststättendichte – die am Abend alle gut besucht waren.
In Rottweil waren wir im ältesten Hotel, hier im bunt angemaltesten.

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6 – von Freiberg nach Heilbronn

Juli 302016

Heute wurden wir von einem schwäbischen Klischee geweckt: ‘schaffe, schaffe, Häusle baue’.
Punkt 7 Uhr fingen die Zimmerleute auf der Baustelle gegenüber an, am Dach eines Neubaus herumzuhämmern. Kurz danach ging die Kreissäge los. Und das am Sonnabend. Die Nacht war gelaufen.
Später sind wir dann bei herrlichem Sommerwetter (etwas windig und etwas zu warm zum Radfahren) durch endlose Weinberge entlang des Neckar gefahren. Die gute Nachricht: es wird auch im kommenden Jahr ausreichend Wein aus Baden-Württemberg geben. Die Rebstöcke sahen gut aus.

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Damit wir nicht übermütig werden, haben Sie uns auf dieser Etappe wieder einen längeren Anstieg eingebaut. Kirsten war schon etwas frustriert, das sie von Leuten auf Fahrrädern mit Elektromotor – Unterstützung überholt wurde. Die noch dazu recht entspannt wirkten. Wir haben eben etwas geschwitzt.
Und sind nach gut 45 km in Heilbronn angekommen. Unser Hotel – mitten in der Innenstadt -haben wir auch schnell gefunden, nachdem wir in einem schönen Biergarten den vorherigen Flüssigkeitsverlust wieder ausgeglichen haben.
Am frühen Abend sind wir dann losgezogen und haben die Stadt erkundet, schön gegessen und Kultur erlebt.
Das Event des Tages war ein Freiluft-Konzert mit Miriam Martin, Mike Janipka und Roland Schweizer (nacheinander) anläßlich der Heilbronner Inselnacht.

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Das Mädel hat eine gute Stimme, aber so richtig vom Hocker gerissen hat’s uns nicht.
Also haben wir nach Spuren des ‘Käthchen von Heilbronn’ gesucht. Das ist zwar eine etwas umstrittene Figur aus einem Märchen von Kleist, aber zumindest gibt es hier den ‘Käthchen-Hof” mir recht viel Betrieb am späten Abend.

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Der Schriftzug zu Käthchen (der weiße Balken) ist total überstrahlt, weil es schon dunkel war.

5 – von Esslingen nach Marbach / Freiberg

Juli 292016

Nächste Etappe durch das Industriegebiet um und in Stuttgart – das mal ein Stutengarten war (finde ich viel schöner).
War etwas stressig und laut, aber es gab ja auch Kultur am Rande und einige Biergärten, die wir aber nicht alle getestet haben.
Zur Kultur:
Zuerst waren wir in Untertürkheim im Mercedes Benz Werk. Und am gleichnamigen Museum.

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Das muss ein absolutes Highlight sein, denn es kam ein Bus nach dem anderen voller Chinesen an. Die haben eine viertel Stunde wie wild herum fotografiert (auch mich) und sind dann wieder los gefahren.
Die Architektur ist schon beeindruckend, besonders die vom Museum.
Wir haben es aber nicht besucht. Ich saß gemütlich in der Lounge, während Kirsten mit dem Fotoapparat durch die Gegend geschossen ist.

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In Stuttgart gab es dann das Theaterschiff. Heute wurde ‘Lüga will glernt sei! – ‘eine schwäbische Komödie gespielt. Dummerweise ohne Untertitel…

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Also mussten wir weiter zur Fellbacher Landungsbrücke, einem Kunstprojekt von Prof. Claus Bury. Ist schõn da, aber wie überall im Schwabenland untermalt von Verkehrslärm.

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Und dann gab’s noch Friedrich Schiller in Marbach. Wir hatten Karten für die Besichtigung seines Geburtshauses, sind aber zu spät angekommen. War schon zu.
Also blieb uns nur Schillers Glocke.

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Das Essen war gut.
Danach waren wir noch im Haus von Friedrich’s Schwester Christophine Wein aus dem Marbacher Anbaugebiet trinken (und Stuttgarter Bier).
Freiberg, der Ort wo wir übernachten ist kaum erwähnenswert. Haben aber eine nette Wirtin.

4 – von Tübingen nach Esslingen

Juli 282016

Wieder eine wenig spektakuläre Etappe über 57 km.
Nachdem wir die Schwäbische Alb verlassen haben – nach Nürtingen – sind wir in den Speckgürtel von Stuttgart eingefahren.

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Von nun an gab es viel Industrie, viel Verkehr und weniger Natur.
Dafür war die Dichte der Ess- und Trinkstationen mit Bierausschank ziemlich groß. Und die waren sogar geöffnet.
Der Neckar ist inzwischen von einem Rinnsal zu einem schiffbaren Fluss angewachsen. In Plochingen gab’s die erste Marina und ein Hundertwasser – Haus.

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Der Ort hat auch seine Industriegeschichte gut aufgearbeitet. Zum Beispiel die alte Spinnerei ‘Heinrich Otto’ von 1879, in der sich heute Wohnungen befinden.

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In Esslingen hat die Kultur Sommerpause. In einer coolen Musikkneipe spielt erst am Freitag wieder eine Band.
Da sind wir eben am Theater vorbeigegangen – in die älteste Sektkellerei (Kessler) Deutschlands von 1829. Der Sekt war gut und es war eine günstige Unterstellmöglichkeit während eines Regenschauers.

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3 – von Glatt nach Tübingen

Juli 272016

Der Neckar-Radweg ist ja recht einfach zu befahren. Deshalb haben wir uns heute eine besondere Herausforderung gesucht.
Erst einmal sind wir nicht locker auf der Landstraße zum Einstieg in den Radweg gefahren, sondern den ausgeschilderten Weg über einen steilen Anstieg. Und dann sind wir einmal zu früh abgebogen. In den Wald. Auf einem Schotterweg immer bergauf. 250 Höhenmeter auf etwa 4 km. Unsere Frühstücksgetränke waren längst ausgeschwitzt, bevor wir oben waren. Und das Blõdeste: es war nicht mal eine Abkürzung.
Oben war’s aber richtig schön.

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Hier noch ein Selfi der geschafften Mifahrerin.

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Und dann ging es auf halbwegs ordentlicher Straße bergab. Die Bremsen mussten leiden.
In Rottenburg haben wir auch ein Bierchen bekommen, obwohl es kurz nach 2 war.
Die Einfahrt in Tübingen war dann wieder nicht ganz so wie geplant. Wir sind jedenfalls mindestens eine Ehrenrunde gefahren, bevor wir unser Hotel gefunden haben.
Als Kulturbeitrag gab es heute einen Stadtrundgang durch die Altstadt. Hier ist, im Gegensatz zu den anderen Orten, in denen wir gewohnt hatten, auch noch nach 22 Uhr Leben in der Stadt.
Besonders rund um das Rathaus.

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2 – von Rottweil nach Glatt

Juli 262016

Es war eine recht unspektakuläre Etappe ùber 46 km. Die Landschaft – der Schwarzwald – ist etwas hügelig und schön. Hat uns ein wenig an Kanada erinnert (nur der nahe Verkehrslärm passte nicht ganz.).

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Was nur auffällt: Es gibt keine Biergärten am Wegesrand. Und in den Ortschaften hat vielleicht mal ein Cafe ein paar Stühle vor’s Haus gestellt. Haben wir dann doch eine Lokalität mit Bierausschank gefunden, war es nach 14 Uhr. Von 14 bis 17 Uhr haben im Schwabenland die allermeisten Gaststätten geschlossen.
Eine Serviererin in Sulz hat aber Mitleid mit uns gehabt und uns nach 14 Uhr noch 2 Bier gebracht. So sind wir gut in Glatt angekommen.
In einem Super – Hotel mit gutem Essen und einer etwas spröden Chefin, die aber im Laufe des Tages aufgetaut ist.
Das Örtchen Glatt hat aber außer einem Wasserschloss nichts zu bieten.

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Somit war unser Kultuevent des Tages das Lesen unserer mitgebrachten Bücher.

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1 – von Villingen nach Rottweil

Juli 252016

Mit 31 km war die erste Etappe recht kurz – um uns einzustimmen und um warm zu werden.
Das erste kleine Highlight war in Schwenningen die Eishalle. Wir waren dort vor 21 Jahren zum Knabenturnier der Eisbären. Die Halle wurde inzwischen modernisiert und drum herum – und um die naheliegende Neckarquelle – wurde ein schöner Park angelegt.

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Aufgrund der Kürze der Strecke waren wir recht zeitig in Rottweil, sind aber gleich in unser Hotel gekommen. Das wurde im Jahre 1286 erbaut, war etwas verwinkelt und schief, aber cool.

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Blöd nur die nahe Kirche – früh um 6 läuteten die Glocken, so dass man fast senkrecht im Bett stand.
Rottweil ist eine kleine, recht hübsche, ziemlich hügelige Stadt – leider mit ziemlich viel Autoverkehr. In der Nähe wird gerade ein 240 m höher Turm im Wald gebaut, um Fahrstühle zu testen. Passt nicht so ganz in die Landschaft, bekommt aber die höchste Aussichtsplattform Deutschlands mit Blick über den Schwarzwald.

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Abends war wieder Kultur angesagt. Kino. Der Film hieß ‘Agnes’ und zeigte, dass Männer und Frauen sich eigentlich nicht verstehen. War ein bisschen komisch, aber eben Kultur!
Und dann gibt’s da noch den Hund…

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Radurlaub 2016 – zur Anreise…

Juli 242016

…sind wir mit dem Auto und den Fahrrädern auf dem Dach nach Fellbach (bei Stuttgart) gefahren. Dummerweise an dem Sonnabend, an dem es in Deutschland 3594 km Stau auf den Autobahnen gab. Wir haben zum Glück nur etwa 12 davon abgekommen. Hat uns aber 2 Stunden gekostet.
Sind dann etwas verspätet gut angekommen und haben die Nacht mit Giftschlangen und Vogelspinnen in der Wohnung eines meiner Brüder (Olaf) verbracht.
Am Sonntag ging es mit dem Zug zum Startpunkt nach Villingen. Dabei gab’s einen kleinen Aufreger:
Beim Umsteigen in Rottweil ließ sich sie Tür unsere Waggons nicht öffnen. Und die Gänge waren zu schmal, um mit den Rädern zu einem anderen Ausgang zu kommen. Zum Glück wurde rechtzeitig die Zugbegleiterin aufgetrieben, die verhindert hat, dass der Zug mit uns weiter fuhr.
In Villingen sind wir im Hotel Mercure ‘abgestiegen’ und haben die Stadt und deren Gastronomie erkundet.

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Dieser Brunnen hat mir gefallen.

Abends gab’s Kultur. Im Freilufttheater wurde “Die Wirtin” aufgeführt. Ein bisschen klammottig, aber ganz lustig – bei schönem Wetter und Bier und Rosè Wein.

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D. Blisse 2019