Blisse-Müller-News

Kirsten und Detlef unterwegs

Radfahren im Ruhrgebiet - der Rückblick

Aug. 312020

In der vergangenen Woche haben wir die 5 Rundkurse, die in der Karte eingezeichnet sind, mit unseren Fahrrädern abgefahren. Ohne irgendwelche Pannen oder andere technische Probleme.  Ein großer Teil der Radwege sind ehemalige Bahntrassen, die sehr gut ausgebaut wurden. Die Sehenswürdigkeiten sind überall ausgeschildert - ich hätte mir jedoch gewünscht, dass das mit den Gaststätten bzw. Biergärten oder den fahrradfreundlichen Übernachtungsmöglichkeiten ähnlich wäre. Wir haben nur ganz wenige Hinweise auf solche Lokalitäten, die nahe der Radwege liegen, gefunden. Aber, wir hatten ja unsere eigene Verpflegung dabei und außerdem gut gefrühstückt.

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Unser zentraler Startpunkt für die Touren war das "Restaurant & Hotel Am Kreuz" in Essen-Stoppenberg. Als wir dort ankamen, stellten wir fest, dass es direkt an einer größeren, verkehrsreichen Kreuzung liegt (wie der Name schon sagt). Unser Zimmer lag aber auf der abgewandten Seite des Hauses mit Blick auf den großen Garten - na und auf die Parkplätze. Vom Verkehr haben wir kaum etwas mitbekommen.

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Wir wurden dort sehr freundlich aufgenommen und auch sehr gut bewirtet. Eigentlich hätten wir noch mehr Rad fahren müssen, um die üppigen Mahlzeiten wieder 'abzuarbeiten'.

Tour 5 - Bahngeschichte(n)

Aug. 252020

Unsere heutige Runde (die letzte hier) war etwas hügeliger als die bisherigen und führte uns über mehrere wichtige Bahntrassenradwege durch das Ruhrgebiet. Das Auto konnte stehen bleiben, da der Startpunkt für uns wieder die Zeche Zollverein war.
Anfangs fuhren wir auf dem schon bekannten "Zollvereinweg", bis wir in Richtung Bochum-Dahlhausen abbogen. Kurz danach mussten wir erst einmal anhalten. An der Schokoladenfabrik "Ruth" in Bochum-Wattenscheid, mit einem schönen Cafe' und Werksverkauf. Danach ging es kreuz und quer durch weitläufige Felder, vorbei an Bauern- und Reiterhöfen. Nach einigen Anstiegen führte eine steile Abfahrt hinunter ins Ruhrtal.
Bevor es auf dem "Springorum-Radweg" in die Bochumer Innenstadt ging, haben wir dem privaten Eisenbahnmuseum in Dahlhausen einen Besuch abgestattet. Da es auch hier einige Einschränkungen gab, haben wir uns das dann aber nur von Außen angesehen.

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Kirsten hat überlegt, ob sie eventuell schon einmal in diesem S-Bahn-Waggon mitgefahren ist.
An dem schönen Brunnen im Ort, der an eine Lokomotive erinnert, wollten wir nicht ohne Fotostopp vorbei fahren.

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Weiter ging es auf ganz glattem Asphalt hinein in die Innenstadt von Bochum. Wir haben uns diesmal nicht verfahren, dafür den ersten Regenschauer des Tages abbekommen.
Unser nächstes Ziel war die Jahrhunderthalle in Bochum. Sie wurde 1902 vom Bochumer Verein für die Düsseldorfer Industrie- und Gewerbeausstellung gebaut und anschließend als Gebläsemaschinenhalle für die Hochöfen des Bochumer Vereins wiederverwendet. Heute dient sie als Veranstaltungsort für verschiedene Events.
Die Halle wurde so gebaut, dass sie nach der Ausstellung komplett wieder demontiert und in Bochum neu aufgebaut werden konnte.
Sie ist das Zentrum des Bochumer Westparks, in den das ehemalige Industrieareal integriert wurde.

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Der Park wurde heute von einer Vielzahl von Wildgänsen als Zwischenlandeplatz für deren Reise ins Winterquartier genutzt. Die ließen sich von mir nicht stören, nur anfassen durfte ich sie nicht. Dann haben sie mich angefaucht und sind einen halben Meter weiter gehüpft.

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Über die 130 Meter lange, doppelt gekrümmte Hängebrücke "Erzbahnschwinge", am Anfang der Erzbahntrasse, führt die Route vorbei an der Zeche Vereinigte Carolinenglück zurück in Richtung Essen.

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An der Erzbahnbude, die wir schon am Sonntag besucht hatten, zweigt der Weg auf die Kray-Wanner-Bahn - zurück zur Zeche Zollverein ab. Den Weg kannten wir ja schon, fuhren ihn aber in entgegengesetzter Richtung - diesmal im Regen.
Damit ist unsere Fahrrad - Erkundungstour durch das Ruhrgebiet beendet. Insgesamt haben wir auf den verschiedenen Runden 283km zurück gelegt, viel gesehen und Einiges dazu gelernt. Wie gewohnt, wird es wieder eine Rückschau geben, die ich aber erst zu Hause fertig stellen kann. 

Tour 4 - Brücken und Kunst - Route

Aug. 232020

Weil heute Sonntag ist, haben wir uns eine kürzere Rundtour ausgesucht. Start- und Endpunkt war wieder die Zeche Zollverein in unserer Nähe. Der größte Teil der Stecke verlief auf gut ausgebauten ehemaligen Bahntrassen mit sehr vielen Brücken. Die ältesten stammen aus den 1860er Jahren, es gibt aber auch einige moderne, zum Beispiel das architektonische Highlight am Rhein-Herne-Kanal - die markant geschwungene Brückenkonstruktion der Grimberger Sichel.

Grimberger Sichel

Das Foto habe ich mir von der Website "ruhr-tourismus.de" geborgt. Die Fotografin hat zwar sehr viele Fotos von dieser Brücke gemacht, aber auf keinem sieht man die Sichel als Ganzes. Und eine Drohne mit Kamera hatten wir gerade nicht dabei.

Nach etwa 1km kamen wir an der Schachtanlage 3/7/10 des Zechengeländes Zollverein vorbei. Neben dem Fördergerüst, welches man auch besteigen kann, befindet sich noch ein 'Mitmachmuseum'. Aber das Virus hat alles fest im Griff. Hinein bzw. hinauf kommt man nur nach Voranmeldung in ganz kleinen Gruppen.

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Es ging weiter in Richtung Essen-Kray auf der Kray-Wanner-Bahntrasse bis zur Halde "Rheinelbe". Die wurde bis 1928 mit Abraum der gleichnamigen Zeche aufgeschüttet. Auf der Haldenspitze steht die "Himmelstreppe" des Künstlers Herman Prigann.

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An der Erzbahnbude direkt am Wegedreieck zwischen Kray-Wanner-Bahn und Erzbahntrasse gab es für uns eine kleine Obstpause. Die Imbissbude ("Büdchen") ist einer der Kult-Radlertreffs im 'radrevier.ruhr.' und war zu der Zeit auch gut besucht. Live-Musik und kostenlose Fahrrad-Checks, wie an den Wochenenden üblich, gab es aber nicht (das Virus ?).
Weiter ging es zur Grimberger Sichel (Foto oben), die an nur einem großen Stahlpylon hängt.
Die Strecke direkt am Kanal entlang führte zum ehemaligen Kohlenhafen Bismarck, der zu einer moderne Marina umgebaut wurde.

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Die Hafeneinfahrt wird von der "ZoomBrücke" überspannt, die ebenfalls nur an einem Pfeiler befestigt ist.
Wie auf den Fotos zu sehen, war es heute sehr wolkig und merklich kühler als an den letzten Tagen. Dazu kam, dass sich die Wolken nicht an den Wetterbericht gehalten und trotz anderer Vorhersagen, ihr Wasser abgelassen haben. Wir fanden aber einen dicht belaubten Baum zum Unterstellen und sind nur wenig nass geworden.
Weiter ging es entlang des Kanals, vorbei an vielen unterschiedlichen Brücken, von denen es die "Bogenbrücke Nordsternpark" der Fotografin am meisten angetan hat.

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Die letzten 5km der Strecke fuhren wir auf dem gleichen Weg, wie schon bei der Tour 2, vorbei an der Schurenbachhalde. Wir haben gelesen, dass auf dem Haldenplateau die große "Bramme für das Ruhrgebiet" des Künstlers Richard Serra steht.  Da ich bis vor kurzem nicht wusste, was eine Bramme ist, bin ich die 265 Stufen und den Rest des Anstieges bis zum Plateau hinaufgestiefelt, um mir das Ding anzusehen.

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Da steht also eine Stahlplatte, die 14,5m hoch, 4,2m breit und 13,5cm dick ist. Sie wiegt 67 Tonnen. Merkwürdigerweise wurde die in Frankreich hergestellt, da es im Ruhrgebiet keine Fertigungsanlagen für diese Größe mehr gab.
Vom Plateau aus hat man einen weiten Blick über das gesamte Ruhrgebiet. Es war nur leider etwas diesig und wolkig als ich dort oben war und das Foto gemacht habe.
Zum Abschluss der heutigen Tour wollten wir in den netten Biergarten auf dem Gelände der Zeche Zollverein einkehren. Diesmal gab es ein technisches Problem. Die Zapfanlage war kaputt. Also weiter zum nahegelegenen Restaurant "The Mine". Dort überraschte uns ein Regenschauer, dem die aufgestellten Schirme nicht stand hielten. Zum Glück fanden wir in der Gaststätte noch einen Tisch mit ausreichendem Abstand zu den anderen.
Montag ist im Ruhrgebiet Ruhetag. Auch für uns. Wir wollten den Tag eigentlich nutzen, um ein Museum oder eine Ausstellung zu besuchen - klappt aber nicht. Montags ist einfach alles geschlossen, wie auch das Restaurant unseres Hotels. Mal sehen, wo wir heute etwas zu essen finden...

Tour 3 - Stahlküche - der Wandel

Aug. 222020

Der Startpunkt der heutigen Runde ist der Gasometer von Oberhausen, der aber wegen Restaurierungsarbeiten in diesem Jahr geschlossen ist, so dass wir nicht hinaufklettern konnten. Wir packten unsere Räder auf's Auto und fuhren dorthin, da die Stadt mit mehreren Tausend Parkplätzen am nahe gelegenen CentrO (der größten Shopping Mall Europas) warb. Und hatten unser erstes Problem des Tages:
Die Parkplätze waren ausschließlich in (auf) Parkhäusern, in die wir mit den Rädern auf dem Autodach nicht hinein fahren konnten. Wir haben auch keine Möglichkeit gefunden, irgendwo lange genug zu halten um sie vorher abzubauen. So ging die Suche weiter, bis wir etwas abseits einen Platz für das Auto gefunden haben.
Und schon hatten wir unser nächstes Problem: Wir mussten den Einstieg in unsere Route finden. Wir waren mehrmals kurz davor, dann war da aber eine Baustelle oder Straßensperrung wir kamen woanders an, als gedacht. Wir haben uns vielleicht auch ein bisschen doof angestellt. Nach zwei Versuchen haben wir uns entschlossen, am Rhein-Herne-Kanal entlang bis nach Duisburg zu fahren und somit einen Teil der vorgegebenen Tour zu umfahren. Allerdings gab es auch hier eine Sperrung des Radweges mit zwei Umleitungsstrecken. Wir wussen nicht dass wir die nach Dinslaken hätten nehmen sollen (wir wollten ja nur zum Hafen von Duisburg - übrigens, dem größten Binnenhafen der Welt). Und schon hatten wir 2 Kilometer mehr auf dem Tacho - der Weg ist das Ziel.


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Neben Kohle (jetzt wohl nicht mehr - die Förderbänder sind schon etwas rostig), Stahl, Öl und anderen Gütern warten hier auch sehr viele gebrauchte Autos auf ihre weitere Verwendung in Osteuropa oder Afrika.

Interessante Anmerkung am Rande: Durch Flussbettregulierung, Deichbau und die Schifffahrt wird der Rhein jedes Jahr ca. 4cm tiefer, was dazu führt, dass in dessen Umfeld der Wasserspiegel sinkt. Als der Duisburger Hafen zu verlanden drohte, wurde der einfach um etwa 2m abgesenkt. Bis Ende der 60er Jahre wurde unter den Hafenanlagen systematisch Kohle abgebaut (12 Millionen Tonnen). Danach wurden sämtliche Hafeneinrichtungen, samt Deichen, Kais, Hafenbecken, Lagergebäuden, Schienen und Krananlagen mit Hilfe gezielter Bergsenkungen auf eine niedrige Position gebracht. Die Großanlagen überlebten das Verfahren unbeschadet, bei den Schienen gab es einige Probleme.

Wir fuhren bis zur Mündung des Kanals in den Rhein und dann einige Kilometer bei sehr starkem Wind auf dem Deich entlang des Flusses, auf dem reger Schiffsverkehr herrschte. Und an beiden Ufern - riesige Industrieanlagen, welche noch in Betrieb sind.

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Das, was wir von Duisburg gesehen haben, hat nicht unbedingt dazu beigetragen dass das die Stadt unserer Träume wird. Die Einwohner mögen mir das nachtragen.

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Bei Thyssen-Krupp war es nicht nur laut, auch die Luft war nicht ganz so frisch. Es roch nach Arbeit und man hatte das Gefühl, dass über allem ein rostbrauner Dunstschleier hing.

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Nachdem wir den Rhein verlassen haben, fuhren wir auf der HOAG-Trasse, vorbei an der Zeche Sterkrade, zurück nach Oberhausen. Diese ehemalige Bahntrasse war eine zentrale Güterverbindung zwischen dem Hafen in Walsum und den Zechen und Stahlwerken im westlichen Ruhrgebiet.
Da wir den Grünen Pfad (ebenfalls eine alte Bahntrasse der Emschertalbahn) zum Landschaftspark Duisburg-Nord am Anfang der Runde umfahren und auch noch genügend körperliche Reserven hatten, haben wir noch einen Abstecher dorthin gemacht (mussen dann aber auf dem gleichen Weg wieder zurück). Das ehemalige Hochofenwerk wurde 1985 stillgelegt und in den 90er Jahren zu einer Freizeiteinrichtung ausgebaut. Heute finden dort (normalerweise) Konzerte, Festivals und Street Food Märkte statt, man kann dort Klettern, Tauchen oder oder sich einfach nur die beeindruckende Industriekulisse ansehen. Wegen Corona gab es aber nicht einmal gezapftes Bier dort.

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Zurück in Oberhausen fuhren wir dann am ersten geöffneten Biergarten des Tages - nach fast 60km - vorbei. Da aber unser Auto ganz in der Nähe auf uns wartete, haben wir den ausgelassen. Den Weg zum Auto haben wir diesmal ohne Umwege gefunden. 

Tour 2 - Grubenfahrt - den Bergbau erfahren

Aug. 212020

Unsere heutige Etappe startete bei leichtem Regen an der Zeche Zollverein. Wir hatten uns vorher etwas mehr mit dem Markierungssystem der Rad-Routen hier, den Knotenpunkten, beschäftigt und uns dadurch auch etwas besser zurechtgefunden.
Unser erster Fotostop war die weltweit einzige Brieftaubenklinik. Man ist hier also gerüstet, wenn das digitale Nachrichtensystem wegen Hackerangriffen, Stromausfall o.ä. zusammenbrechen sollte.

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Den Abstecher auf die 50 Meter hohe Schurenbachhalde haben wir weggelassen, weil nicht zu erkennen war, ob dort ein, mit dem Rad zu befahrener, Weg hinauf führte. Und die Treppe zum Gipfel hatte ganz schön viele Stufen...
Also sind wir weiter in Richtung Bottrop, durch die schöne Gartenstadt Welheim – hier wohnten Bergleute der Zeche Vereinigte Welheim - gefahren. Inmitten der kleinen Häuser steht ein riesiger grauer Betonbunker aus dem 2. Weltkrieg (ähnlich dem in Berlin in der Reinhardstraße).
Die Halde an der Beckstraße in Bottrop hatte neben der Treppe eine gut asphaltierte Auffahrt, die wir hinauf gefahren sind, da auf derem Gipfel im Rahmen der Internationalen Bauausstellung IBA Emscherpark in den 90er Jahren eine pyramidenförmige Krone - der Tetraeder Bottrop errichtet wurde.

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Vom obersten Ring des Tetraeder hatten wir einen guten Blick über den gesamten Ruhrpott. So auch auf die nah gelegene, noch im Betrieb befindliche, Kokerei Prosper Haniel, aus deren Schornstein gerade mächtig Dampf (?) abgelassen wurde.

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Die Fotografin war besonders von den Kontrasten in der Gegend fasziniert. Einerseits die Häuschen im Grünen, dagegen die Spuren der Industrie, die überall allgegenwärtig sind.
Mittlerweile hatten wir schon einige Kilometer in den Beinen und auch Lust auf eine kleine Pause mit anregenden Getränken. Von einem Biergarten war aber weit und breit nichts zu sehen. Als wir dann den einzigen an der Stecke gelegenen erreicht hatten, mussten wir noch eine viertel Stunde warten, weil der erst um 16 Uhr geöffnet wurde. Dort ereilte uns der erste kräftige Regenschauer des Tages. Nachdem  der vorbei war, ging es auf den Rädern weiter. Bis zum Nächsten. Wir haben uns zwar unter einem Baum untergestellt, waren aber trotzden innerhalb weniger Minuten bis auf die Haut durchnässt.
Auf dem letzten letzten Stück der Strecke zurück zum Hotel haben wir uns noch einmal schön verfahren und dabei noch  mehrere Regenschauer abbekommen. Aber, nasser als wir schon waren, ging eigentlich nicht. Und es war ja recht warm.

Tour 1 - Gartenstadt - Kontraste

Aug. 202020

Nach einem ausgiebigen Frühstück haben wir die Räder wieder auf's Auto gepackt und sind zum Startpunkt unserer heutigen Runde gefahren. Die Tour führte uns die meiste Zeit entlang des Flusses Ruhr. Viel Natur, relativ gut ausgebaute Radwege, aber mit der Beschilderung hatten wir so unsere Probleme. Die ist zwar recht gut, funktioniert aber nur, wenn man die ausgeschilderten Orte und deren Lage in der Landschaft kennt. 
Wir sind jedenfalls ein paar Kilometer mehr gefahren als für die Runde angegeben waren. Allerdings haben wir auch einen kleinen Umweg zur 'Villa Hügel' - dem Familiensitz der Familie Krupp - gemacht. Nach dem Lockdown sind der Park und die Gebäude für Besucher seit dem 1. August wieder geöffnet. Wir haben uns also den Hügel hinauf gearbeitet, um dann vom Pförtner zu erfahren, dass heute geschlossen ist. Der war nicht zu überreden, wenigstens einen von uns für ein Foto in den Park zu lassen.

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Also haben wir nach der Abfahrt, als wir wieder am Fluss waren, erst einmal eine Pause gemacht und die Reste unseres Frühstücks aufgegessen. Am gegenüberliegendem Flussufer war einer der Campingplätze, von denen es hier sehr viele gibt, einige sogar direkt an der Autobahn.

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Wir hatten uns vorgenommen, bevor wir nicht mindestens die Hälfte der Strecke absolviert haben, die Biergärten an der Strecke zu ignorieren, was ein großer Fehler war. Denn, als wir weiter in Richtung Mühlheim fuhren und nach einigen Umwegen auf den RadSchnellweg 1 (RS 1) kamen, waren die alle weg.

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Der Radschnellweg Ruhr, kurz RS1, ist ein rund 100 Kilometer langer Radschnellweg von Duisburg nach Hamm, der sich überwiegend noch in Planung befindet. Befahrbar ist bislang ein 12,5 Kilometer langes Teilstück zwischen Mülheim an der Ruhr und Essen. Diese Trasse wird auch als „Rheinische Bahn“ bezeichnet, da sie auf einem Teil der einstigen Bahnstrecke Osterath–Dortmund Süd der Rheinischen Eisenbahn-Gesellschaft verläuft (von Wikipedia). 
Man konnte dort zwar gut fahren, war aber von den anliegenden Orten weitgehend abgeschirmt. Aber, es gibt ja das Internet, mit dessen Hilfe wir ein nettes, kleines Restaurant - etwas abseits der Strecke - gefunden haben. Die Fotografin war schon etwas geschafft, hat aber den steilen Anstieg dorthin noch geschafft. Danach ging es dann ganz locker zu unserem Ausgangspunkt zurück.

Industrie, Kultur und Natur

Aug. 192020

Für den Sommer 2019 hatten wir bei einem kleinen Rad-Reise-Veranstalter eine Rundreise durch das Ruhrgebiet gebucht. Wegen einer dringend erforderlichen Knie-OP  bei der mitreisenden Fotografin, musste diese aber storniert werden. Als wir die Tour in diesem Jahr nachholen wollten, stellten wir fest, dass die nicht mehr angeboten wird. Auf meine diesbezügliche Anfrage bei "Radissimo" wurde die Reise extra für uns erneut zusammengestellt, und wir konnten buchen.
Dann kam Corona. Und das Reisebüro musste Konkurs anmelden.
Also haben wir uns die Tagestouren selbst zusammengestellt, einen Standort gesucht, von dem aus die meisten gut zu erreichen sind und ein Hotelzimmer in Essen-Stoppenberg gebucht. Das sind wir nun.
Nachdem wir das Zimmer bezogen hatten, haben wir die Räder startklar gemacht und sind zur Zeche Zollverein gefahren, die ganz in der Nähe liegt.

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Aufgrund der aktuellen Lage ist das Besucherprogramm dort etwas eingeschränkt, wir haben aber noch eine Führung durch die Kohlewäsche bekommen, die sehr interessant war.
Um, bzw. durch die Industrieanlagen der Zeche Zollverein wurde ein Rad- / Wanderweg von ca. 3,5 km Länge angelegt, den wir zwei mal absolviert haben. Zuerst vor der Führung um zu sondieren, danach dann zum Fotografieren bei etwas tiefer stehender Sonne.

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Die Anlagen sind schon ziemlich beeindruckend. Besonders die Kokerei.

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Im Zuge der Führung sind wir auf das Dach der Kohlewäsche gestiegen und konnten schon einmal ein Blick auf die Gegend werfen, die wir in den nächsten Tagen per Rad erkunden werden.

Natur & Kultur

Mai 312020

Unsere heutige Tour führte uns südlich von Wesenberg über Mirow, Fleether Mühle, Canow zurück nach Wesenberg. Die Sonne schien, es war etwas wärmer als gestern, dafür war der Ostwind noch etwas stärker.
Der Radweg nach Mirow, entlang der B198 ist zwar recht gut beschaffen, aber nicht so schön (viel Verkehr auf der Straße). Mit dem Wind im Rücken war er zügig absolviert.
Unser erster "Versorgungs-Stopp" sollte im Biergarten in Fleether Mühle sein (es war ja auch schon nach 12, da wir, wie fast immer, nicht so zeitig losgefahren sind). Dort angekommen, mussten wir feststellen, dass das alte Herrenhaus mit der Gaststätte (und dem Biergarten) abgerissen wurde. Mit dem Bau des neuen Hauses wurde noch nicht begonnen (unsere Räder auf dem Foto stehen direkt neben der Baugrube). Es gab zwar eine Imbissbude und eine Wiese dazu, aber auch sehr viele Menschen dort.

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Da der nächste schöne Biergarten nur ein paar Kilometer entfernt ist, sind wir weiter zur Schleuse Diemitz gefahren. Auf die Idee sind aber noch viele andere gekommen. Aufgrund der aktuellen Beschränkungen wurden dort die Gäste vom Personal zu den freien Tischen geleitet. Es stand schon eine ganze Menschentraube dort und wartete auf die Platzierung. Da wollten wir uns nicht dazu stellen.
Auf solche "Notfälle" war ich aber vorbereitet und hatte vorsorglich zwei Flaschen Radeberger eingepackt.
Gegenüber dem Biergarten ist ein Rastplatz, wo wir unser mitgebrachtes Bier tranken. Und Live-Musik hörten.

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Die Band "Collec Tiv" aus Neustrelitz spielte auf. Ich gebe hier die Beschreibung, die sich Georg Hunkel & Lutz Friedel selbst gegeben haben (auf ihrer Visitenkarte) wieder:
"Aristrokatische Proleten: musikalische - sprachlich, politisch unkorrekte Querfront.
Hauptsächlich nemezkijasek
Komödiantische E-Musik, Bierernste U-Musik und das aus vielen Kisten für Feiern aller Art.
Collec Tiv seit über zehn Jahren im Dienste ganzer Völker"
Es hat uns richtig Spaß gemacht. Und ich denke, den Musikern auch.

Irgendwann, das Bier war mittlerweile alle (obwohl uns die Musiker von ihrem Vorrat auch etwas verkauft hätten) sind wir weiter nach Canow gefahren. Auf mäßig befahreren Nebenstraßen mit teilweise sehr holperigem Kopfsteinpflaster.
Direkt am See, auf einer kleinen Wiese gab es dann auch etwas zu essen. Allerdings haben die beiden Betreiber des stationären Imbisswagens wohl nicht damit gerechnet, dass am Pfingstsonntag Leute dorthin kommen und auch noch etwas bestellen. Es ging alles ein bisschen langsam - aber wir hatten ja Zeit.
Die Leute, die vor mir dran waren, haben Crepes bestellt. Die Frau hinter dem Tresen hat dann Eier in einen Topf geschlagen, Milch dazu gegeben, dann aber erst mal das Mehl gesucht. Es wurde alles online direkt nach der Bestellung hergestellt. So auch unsere Fischbrötchen. Dafür waren sie frisch und haben gut geschmeckt.

Da wir nicht auf der Bundesstraße zurück nach Wesenberg fahren wollten, haben wir unsere Radkarte nach einem alternativen Weg durch den Wald befragt und auch einen gefunden. Ein unbefestigter Wald- bzw. Feldweg. Der dann wegen einer Sperrung umgeleitet wurde. Eigentlich wollten wir nicht bis nach Strasen fahren, sind dann aber doch dort gelandet. Auf unserer Karte war noch ein regionaler Radweg in Richtung Ahrensberg eingezeichnet, auf den wir mutig abgebogen sind, obwohl der Weg schon ein bisschen komisch aussah.

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Es waren ja auch Fahrradspuren im Sand. Anfangs. Nachdem wir ein paar Kilometer zwischen den Feldern gefahren sind, hörte der Weg auf. Da, wo der kleine dunkle Punkt (ich) auf dem Foto vor der Baumreihe zu sehen ist. Es wurden wohl die Ackerflächen neu sortiert und unser Weg mit umgepflügt. So sind wir eben bis zur nächsten Abzweigung wieder zurück gefahren. Letztendlich kamen wir kurz hinter Strasen auf die Straße, von der wir zuvor abgefahren sind. Nur wenige hundert Meter weiter. Der Weg ist das Ziel!

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Außerdem wären wir ohne den Umweg nicht an der Alpaka-Farm vorbei gekommen. Die Tiere sahen so frisch geschoren, schon etwas lustig aus. Und haben sich wie ein paar Foto-Modelle benommen und für uns posiert.
Weiter ging es dann auf der Straße nach Ahrensberg. Die schöne hölzerne Hausbrücke (die älteste Norddeutschlands) haben wir diesmal ausgelassen. Auch den Biergarten mit Fischverkauf beim Fischer. Wir waren dort bei einer früheren Tour durch diese Gegend.

Bis Wesenberg war es nicht nun mehr weit. Unser nächstes Ziel war das Strandrestaurant am Weißen See. Auch hier lief nach der Wiedereröffnung noch nicht alles rund. Die ersten 20 Minuten wurden wir komplett ignoriert. Dann kam eine Kellnerin doch zu uns - die Getränkebestellung- und Lieferung klappte danach ganz gut. Aber als wir das Essen bestellen wollten, sagte sie, das es zur Zeit nichts gibt. Es stellte sich heraus, dass aufgrund von Personalmangel alle vorhandenen Mitarbeiter erst einmal das Geschirr abwaschen mussten, weil offensichtlich kein sauberes mehr da war. Sie nahm dann aber doch unsere Bestellung auf und etwa eine halbe Stunde später stand das Essen auf dem Tisch.

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Es gab dort ganz gutes W-LAN, so haben wir die Zeit genutzt, um die neuesten Nachrichten und Fotos von unseren Kindern und Enkeln anzusehen und selbst welche zu versenden. Außerdem hatten wir von unserem Platz aus einen schönen Blick auf den See.
Auf einem Umweg über Zwenzow und Useriner Mühle sind wir dann zurück zu unserem Quartier gefahren. Kirsten ist noch zum See gegangen, um dort die Abendstimmung "einzufangen".

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Wald, Wasser, Weite, Wind

Mai 302020

Nachdem alle unsere geplanten Reisen in diesem Jahr von den Veranstaltern abgesagt wurden (zur Zeit wollten wir auf dem Darß und an der Ostseeküste herumfahren), organisieren wir unsere Touren eben selbst.
So haben wir unsere Räder aufs Auto geschnallt und sind über Pfingsten nach Klein Quassow gefahren, wo wir zuvor eine Ferienwohnung gemietet hatten. Klein Quassow ist ein Vorort von Wesenberg, am Labussee. Dort angekommen, erfuhren wir, dass es doch kein Frühstück vom Vermieter gibt, weil am gleichen Tag noch eine größere Gruppe angereist ist und für uns alle der Platz in der Gaststätte nicht ausreicht. Und ein Frühstücksbufett ist ja derzeit nicht erlaubt.
Da wir eh eine kleine Runde mit den Rädern drehen wollten, um zu sehen, was sich seit unserem letzten Besuch (vor 3 Jahren) dort verändert hat, haben wir eben einen kleinen Umweg zu einem Supermarkt in Wesenberg gemacht und uns mit Lebensmitteln eingedeckt. Bier hatte ich vorsorglich schon von zu Hause mitgebracht.

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Die Useriner Mühle steht noch - und das seit 1888 in dieser Form. Leider existiert der Biergarten im Innenhof schon seit einigen Jahren nicht mehr. Und wie es aussieht, wird sich daran so schnell nichts ändern.

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Dafür wurde vor ein paar Jahren auf der anderen Straßenseite, am Useriner See die Gaststätte „Seeblick“ neu gebaut, die aber heute (leider) nur noch eine tagsüber geöffnete Imbissgaststätte ist.
Heute, nach unserem Frühstück starteten wir unsere Tour in Richtung Neustrelitz. Das erste Ziel war das Storchennest in Groß Quassow.

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Seit vielen Jahren wohnt dort den Sommer über ein Storchenpaar und zieht seine Jungen groß.
Weiter ging es nach Prälank zu unserem Startpunkt für den Rundkurs um den Zierker See.

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Auf der Neustrelitzer Seite des Sees, am Hafen, wollten wir eigentlich irgendwo einkehren und ein wenig essen, es war uns aber überall viel zu voll. So sind wir wieder zurück nach Useriner Mühle gefahren, wo wir im Garten der Gaststätte „Seeblick“ einen freien Tisch, etwas zu Essen und zu Trinken bekommen haben.
Der Rundkurs um den See ist nur knapp 13 km lang, so dass noch genug Zeit war, um weiter in Richtung Nationalpark bis nach Babke zu fahren. Nach einer kleinen Runde durch den "Staatlich anerkannten Erhohlungsort" (wie fast alle Orte hier) ging es zurück nach Blankenförde- Kakeldütt wo wir in der Räucherkate am Hexenwäldchen zu Abend essen wollten. Und wir hatten Glück, den seit heute ist die Gaststätte wieder geöffnet. Seit unserem letzten Besuch dort, hat allerdings ein neuer Koch die Küche übernommen. Das Essen war o.k., aber nicht so ganz mein Ding.

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Der alte Konsum in Blankenförde beherbergte auch eine Zeit lang eine Gaststätte...

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Nach etwa 50 gefahrenen Kilometern - auf meist sehr gut ausgebauten Radwegen (der im Bild von Groß- nach Klein Quassow gerade nicht), bei schönem Wetter, aber auch kräftigem Wind, sind wir wieder in unserer Pension angekommen.

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D. Blisse 2020