Blisse-Müller-News

Kirsten und Detlef unterwegs

Cu Chi und Ho Chi Minh Stadt

Nov. 042019

Unser erster Ausflug des Tages führte uns nach Cu Chi etwa 45km nördlich vom Zentrum der Stadt. Dort wurde ein Tunnelsystem angelegt, in dem sich vietnamesische Partisanen im Vietnamkrieg von 1960 bis 1975 versteckt hielten. Die ersten Tunnel wurden 1948 angelegt. Während des Vietnamkrieges wurde das System von den Vietcong auf bis zu 200 km in 3 Etagen erweitert. Unter der Erde waren ganze Städte entstanden mit Schulen, Lazaretten, Büros und Schlafgelegenheiten. Den Amerikanern ist es nicht gelungen, die Tunnel zu zerstören, trotz massiver Bombardierung, Flutung, das Einleiten von Giftgas oder dem Einsatz von "Tunnelratten" - thailändischen Söldnern (weil die dickeren Amis da nicht reinpassen).

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Das Foto stammt von Wikipedia und zeigt einen der Einstiege in die Tunnel.
Heute wird Cu Chi als Tourismus-Event vermarktet mit dem makaberen Höhepunkt, mit original amerikanischen Waffen in der Gegend herum zu schießen. Etwa 4$ der Schuss. Und es wurde ganz schön geballert. Aber nicht von uns.

Am Nachmittag sind wir losgezogen, um die Stadt noch ein wenig zu erkunden. Zu Fuß. Ein abenteuerliches Unterfangen. Die Fußwege sind entweder nicht vorhanden, oder von Mopeds und mobilen Händlern und Dienstleistern mit deren Equipment zugestellt. Das skurrilste war ein Friseur, der einem Mann auf der Straße die Glatze rasiert hat. Außerdem sind die meisten Wege in sehr schlechtem Zustand.

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Im Großraum Saigon leben etwa 15 Millionen Menschen. Es soll rund 2 Millionen Autos und 10 Millionen Mopeds geben. Und die fahren kreuz und quer durcheinander. Fußgängerüberwege werden komplett ignoriert, Ampeln oftmals auch. Uns wurde gesagt, wir sollen einfach losgehen und nicht stehenbleiben. Sonst hat man verloren. Ist gewöhnungsbedürftig, funktioniert aber.

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Abends waren wir in einem nahegelegenem Restaurant essen, wo es eine spezielle Art des Servierens gab. Bestellte man "flying Rice", wurde zuerst das Tongefäß, in dem er gebacken wurde, auf dem Fußboden (im Gastraum) zerschlagen. Eine Serviererin nahm den heißen Reisfladen auf und warf ihn durch den Raum. Etwa 5 m entfernt wurde er von einer zweiten Person mit einem Teller aufgefangen, noch 2 mal in die Luft geschleudert, damit dir Krümel abfallen, und dann serviert.

Morgen früh werden wir unsere Fahrräder in Empfang nehmen und zu unserer ersten kleinen Tour starten.

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