Blisse-Müller-News

Kirsten und Detlef unterwegs

Auf Wiedersehen Vietnam, hallo Kambodscha

Nov. 102019

Da das Boot, welches uns nach Kambodscha bringen soll, schon um 7:00 ablegt, mussten wir wieder ziemlich zeitig aufstehen. Auf der kurzen Busfahrt zum Hafen stand noch die sehr emotionale Verabschiedung von Quang an. Er war für die Woche unser Familienvater. Quang ist zwar ein kleiner Quatschkopf und Spaßvogel, hat sich aber gut um uns gekümmert und viel organisiert. Zum Beispiel hat er sehr schnell gemerkt, dass Kaffee oder Tee während unserer Pausen unterwegs nicht so Meins ist. Also hat er immer Bier für mich organisiert (ich bin hier aber nicht der einzige Biertrinker). Einmal hat er sogar einen jungen Burschen mit dem Motorrad losgeschickt, um Bier zu holen. Das wollte ich eigentlich gar nicht, aber die ließen sich nicht bremsen. Bei jedem Stop hat er sich als erstes um die "Happy Places" für die Mädchen gekümmert, bzw. dort angehalten, wo er wußte, dass die in Ordnung sind.

Die Abfahrt hat sich noch etwas verzögert, da es dauerte, bis alle Passagiere (etwa 60) an Bord waren und das Gepäck verstaut war. Als die Fahrt dann los ging, wurde erst einmal Frühschoppen gefeiert. Es ist ja schließlich Sonntag. Der Smutje (?) kam mit einem Tablett mit Getränken vorbei, Außer kambodschanischem Bier, war aber für uns (Uwe und mich) nichts dabei. Also haben wir uns vor 8:00 Uhr schon einmal getränkemäßig auf das Land vorbereitet.

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Spaßig ist, dass wir anfangs Schwimmwesten anziehen mussten, die aber nach dem Verlassen des Bootes zur Ausreise alle weggepackt wurden.
Der Mekong ist zwar nur einer der 12 größten Flüsse der Erde, aber ganz schön beeindruckend. Dagegen erscheinen die Flüsse in Deutschland, etwa Rhein oder Elbe, wie kleine Bäche. Auf der Strecke unserer Bootsfahrt war er meist etwa 1 km breit. Vielleicht kann das Foto einen kleinen Eindruck davon vermitteln.

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Nach etwa einer Stunde erreichten wir die Grenze zu Kambodscha. Die Ausreise aus Vietnam stand an. Auf dem Boot wurden die Pässe, die vorher abfotografiert wurden, sowie 35$ eingesammelt. Die Einreiseanträge waren da schon ausgefüllt. Wir mussten alle vom Boot und in einem kleinen Raum eine Weile herumstehen. Man konnte hier aber seine restlichen Dong in eine andere Währung umtauschen. Einige Zeit später bekamen wir unsere Reisepässe wieder und konnten auf's Boot zurück. Zuvor wurde aber noch unser Handgepäck durchleuchtet. Sehr akribisch - der Mann am Monitor hat das Band recht oft hin und her fahren lassen, wenn er sich nicht sicher war, bei dem, was er da sah. Dann ging es weiter. Eine Weile später legte das Boot erneut an und wir mussten wieder von Bord, um die Einreiseformalitäten zu erledigen.
Das hat etwas länger gedauert, weil  die Passagiere von 3 Booten fast gleichzeitig hier ausgeladen wurden und es auf der Station nur 3 Einreiseschalter gab.

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Aber die waren dafür zeimlich modern. Der Pass wurde eingescannt, mit einer Kamera wurde ein Passfoto aufgenommen und unsere Fingerabdrücke wurden digital erfasst. Das geforderte Passbild hatten wir umsonst mitgenommen. Auf dem Visum, das nun in meinem Reisepass klebt, steht als Preis dafür der Betrag von 30$. Da ist wohl etwas Geld irgendwo versickert.
Nachdem das für alle Passagiere erledigt war ging es mit dem Speedboot mit 35 km/h weiter nach Phom Penh, wo wir gegen Mittag ankamen. Das Anlanden war eines der Highlights des Tages. In Kambodscha wird nämlich an diesem Wochenende für 3 Tage das Wasserfest gefeiert. Aus diesem Grund wurde der Hafen gesperrt und wir mussten an einer abschüssigen Wiese anlegen. Der Kapitän hat mehrere Versuche gebraucht, bis das Boot so fest gemacht war, dass wir trockenen Fußes an Land kamen. Das Gepäck musste auch den Hügel hinauf. Mit dem Boot rechts im Bild sind wir gekommen.

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Das Wasserfest ist das kulturelle Highlight in Kambodscha. Es wird gefeiert, wenn sich die Fließrichtung des Tonle Sap, einem Nebenarm des Mekong, umkehrt.
Während  der Regenzeit (Sommer und Herbst), füllt der Mekong den Tonle Sap Binnensee über dessen Verbindungsarm (Bassaic oder Tonle Sap River) auf bis zu 9 m Wassertiefe an und läßt den See auf rind 16.000 km² anwachsen. Fällt das Wasser im Mekong dann im Oktober oder November unter eine gewisse Marke, dann entleert sich der riesige Binnensee auf dem gleichen Wege wieder in den Mekong. Im Mündungsbereich findet dann das große Wasserfest mit den bekannten Bootsrennen statt. Dazu reisen Millionen von Menschen alljährlich an. Seine kleinste Ausdehnung mit nur rund 9.000 km² bei rund einem Meter durchschnittlicher Wassertiefe, erreicht der Tonle Sap zum Ende der Trockenzeit im März oder April. Auch dann begleiten Festivitäten der Bewohner die Umkehr der Fließrichtung erneut. (Von Wikipedia übernommen)

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An Land begrüßte uns eine junge, hübsche Frau, die für den heutigen Tag unsere Stadtführerin in Phnom Penh ist. Das erste Ziel war ein Restaurant, direkt am Fluss, wo wir auf der Terrasse zu Mittag aßen. Von dort aus konnte man die Drachenboot - Rennen gut verfolgen. In den großen Booten sitzen, bzw. stehen 60 Leute, die mit den anderen um die Wette ruderten.

Der nächste Tagesordnungspunkt war der Besuch des National Museum.

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Hier wurde uns hauptsächlich die Geschichte der verschiedenen Religionen in diesem Land nahe gebracht. Für mich ist das alles zu virtuell. Aber, einige Namen sind ja bekannt, nun kenne ich die Zusammenhänge etwas besser. Und, ich habe Vishnu eine Blume (Kirsten auch etwas Geld) gespendet.

Da der Nachmittag noch jung war, sind wir weiter zum S21 gefahren. Das war ursprünglich eine Schule, die von den Roten Kmer zum Gefängnis umgebaut wurde. Von den Insassen haben nur 8 überlebt, fast 20.000 wurden ermordet. In den Block C bin ich dann nicht mehr hinein gegangen. Ich kann nicht verstehen, wie Menschen Menschen sowas antun können.

Der Abend war dann wieder schön. Wir beide haben uns ins Party - Getümmel in der Stadt gestürzt. In einem netten Restaurant haben wir gut gegessen und getrunken und dem Treiben auf der Straße zugesehen.

Kommentare

Normen12 November, 2019Puh, da bin ich ja beruhigt, dass der Vater dort ordentlich mit Bier versorgt ist... Hab ok den ersten Einträgen nämlich Berichte über das lokale Bier vermisst ;-) Ich hoffe, es schmeckt.
Freak12 November, 2019Ich bin zwar etwas in Verzug mit den Berichten, aber ich kann schon mal sagen, dass die Versorgung auch hier ganz gut klappt. Als die kambodschanischen Guides zum ersten Mal die gelbe Getränkebox für mich geöffnet hatten, und ich nichts davon wollte, fragten sie, was ich denn gerne möchte. Seitdem ist Cambodia Lager Bier darin. Sie sind wirklich sehr aufmerksam. Das Bier ist zwar nicht so würzig wie meine Hausmarke, schmeckt aber besser, als ich es erwartet habe.
Janina12 November, 2019Die Brauerei von Cambodia ist in Phnom Penh und man kann sie besichtigen und dort die Biere verkosten. ;-) Aber auch Anchor und Angkor Bier kann man trinken...
Janina12 November, 2019Nee, sorry, die Brauerei, die man besichtigen kann, ist von "Kingdom Pilsner". Das hab ich allerdings nie irgendwo außerhalb der Brauerei gesehen.
Freak12 November, 2019Ich habe schon einige Sorten probiert. Als drafted Bier gab es bisher aber nur Cambodia. Das Bier für die gelbe Box hatten ja die Guides ausgesucht.

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