Blisse-Müller-News

Kirsten und Detlef unterwegs

wieder zu Hause

Dez. 022019

Inzwischen ist es schon eine Weile her, dass wir wieder gut (etwas müde) zu Hause angekommen sind - Zeit für einen Rückblick.
Es war eine sehr schöne und interessante Reise. Wir haben viel gesehen und über die beiden Länder gelernt. Dazu haben unsere einheimischen Guides und ganz besonders unser deutscher Reiseleiter - Joachim, der über ein umfangreiches Wissen über die Länder Südostasiens, deren Geschichte, Politik und Religion verfügt - beigetragen.
Dabei haben wir festgestellt, dass die beiden Nachbarländer recht unterschiedlich sind. Das mag zum Einen daran liegen, dass die Vietnamesen ursprünglich aus China eingewandert sind, wohingegen die Menschen in Kambodscha aus Indien stammen. Die Industrie ist in Vietnam etwas weiter entwickelt. Nach dem Vietnamkrieg ging es unter der kommunistischen Führung anfangs mit der Wirtschaft nicht so richtig voran, inzwischen wird dort der "chinesische Weg" mit einem starken Wirtschaftswachsum praktiziert.
Aber auch Kambodscha hat sich in den letzten Jahren wirtschaftlich weiter entwickelt. Man sieht das ganz besonders in den großen Städten.

Die Menschen in Vietnam erschienen mir etwas offener und freundlicher. Daran hatte aber auch Quang einen Anteil, der einfach auf seine Landsleute zugegangen ist und die mit einbezogen hat, wenn er uns etwas erklärt hat. Oder, wenn er die "Happy Places" organisiert hat - oftmals in den privaten Wohnungen der Leute. Für ihn waren wir seine große Familie.

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Hier erkärt uns Quang das Tunnelsystem der Vietcong in Cu Chi.

Der Verkehr in beiden Ländern ist (für unsere Verhältnisse) gleichermaßen chaotisch. In Vietnam sind vorrangig Mopeds und Fahrrad-Rischkas unterwegs sind, wohingegen man in Kambodscha mehr große SUVs und sehr viele TucTuc sieht.

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Da die Asiaten meist etwas kleiner sind als wir, passen auch mehr davon auf ein Moped. 4 Personen auf einem 50 cm³-Moped sind überhaupt kein Problem. Die meisten fahren mit Helm - jedoch nicht die Kinder, die oftmals auf dem Tank vor dem Fahrer sitzen. Es gibt wohl nicht so kleine Helme.
Und wenn es auf der Straße zu eng wird, fährt man eben auf dem Bürgersteig.
Es ist schon interessant zu sehen, wie viele Mopeds und Motorräder zu größeren Transportmitteln umgebaut wurden und was man alles auf solch einem kleinen Gefährt transportieren kann.

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Das Leben spielt sich hauptsächlich auf den Straßen ab. Hier wird allen möglichen Gewerben nachgegangen, verkauft und gekauft und gegessen (zu Hause zu kochen ist eher unüblich). Und wer sich keinen Stand an der Straße leisten kann, nimmt eben das Fahrrad als mobilen Gemüseladen - oftmals mit angebautem Lautsprecher, über den die Produkte lautstark (und monoton per Endlosschleife) angepriesen werden.

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Wang - unser Guide in Kambodscha war etwas zurückhaltender als Quang, hat sich aber auch sehr gut um uns gekümmert. Alledings habe ich festgestellt, dass er auf keinem unserer Fotos zu sehen ist.
Auffällig ist, dass in Kambodscha die Religion einen viel höheren Stellenwert hat als in Vietnam. Kein Ort ohne Pagode und eine größere Ansammlung von Statuen der diversen Heiligen - vornehmlich Buddah.
Viele Kinder gehen auf die diversen Mönchsschulen. Sie werden dort ziemlich streng erzogen und leben recht asketisch. Es hat aber auch einige Vorteile, besonders für Jungen aus nicht so wohlhabenden Elternhäusern: meist kostenlose Ausbildung, Unterbringung und Verpflegung.
Allerdings wurden wohl die Verhaltensregeln für die Mönchsschüler im letzter Zeit etwas gelockert, denn wir haben viele junge Mönche mit moderner Technik (Handy, Musik, Digitalkamera) auch in Straßen-Restaurants gesehen.
Außerdem müssen die Absolventen nach Verlassen der Schule nicht als Mönch weiter leben. Sie können problemlos ins "Zivilleben" zurückkehren.

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Das Treiben auf den Straße ist ähnlich dem in Vietnam.
Viele steigen beim Einkaufen am Straßenrand nicht einmal vom Moped ab.

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Die Verkäufer sind hier aber etwas eindringlicher. Besonders den Touristen gegenüber.

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Kurz vor Abschluß der Reise haben wir es geschafft, uns zu einem Gruppenfoto vor dem Tempel Banteay Srei zusammen zu finden. Da die Tempel nur mit bedeckten Knien und Schultern betreten werden sollen, haben wir vorher die Fahrradklamotten gegen Zivilkleidung getauscht.

Amok vor der Bootsfahrt

Nov. 152019

Keine Panik, es ist alles friedlich hier und in Ordnung. Amok ist ein kambodschanisches Nationalgericht, welches wir heute bei einer Familie aus Siem Reap, die uns zu einem Kochkurs eingeladen hat, gekocht haben. Bevor wir an die Töpfe durften, wurden wir erstmal eingekleidet.

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Wir hatten die Aufgabe, ein 3-Gänge-Menü herzustellen. Als Vorspeise einen Mangosalat mit Hühnerfleisch bzw. mit Fisch für die Vegetarier. Der Hauptgang war besagtes Amok, ein kambodschanisches Fischcurry mit Kokosmilch und viel Gemüse. Für das Dessert haben wir Bananenpudding mit Kokosmilch gemacht.  Unsere Kokou Suppe mit Fisch wollte ich nicht unterschlagen. Die Zutaten lagen schon bereit und wir konnten an die Schneidbretter, nachdem uns alles erklärt wurde.

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So sah unser Mangosalat aus. Es hat alles sehr gut geschmeckt.

Nach dem Essen konnten wir den Kräutern, die wir eben gegessen haben, beim Wachsen zusehen. Wir haben einen kleinen Bauernhof mit einem großen Kräutergarten besucht.

Danach ging es mit dem Bus (dem gestern der linke Vorderreifen geplatzt war) weiter zum Tonlé Sap. Das ist der See, der dafür verantwortlich ist, dass der gleichnamige Fluss am vergangenen Wochenende seine Fließrichtung geändert hat. Ich hatte darüber geschrieben.

Der Tonlé Sap - See ist der größte See Südostasiens und eines der fischreichsten Binnengewässer der Erde. Wobei seine Größe zwischen der Trocken- und der Regenzeit ganz gewaltig schwankt. Am einem Kanal stiegen wir in eins der Touristenboote, mit dem wir die nächsten beiden Stunden auf dem Wasser unterwegs waren. Das Boot sah zwar nicht besonders vertrauenserweckend aus - der Motor war sehr laut und stark abgasabsondernd - hat uns aber gut wieder zurück gebracht.
Wir schipperten durch die schwimmenden Dörfer, wo sämtliche Häuser auf besonders hohen Pfählen stehen.

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Hier wohnen etwa 4000 Menschen - Fischerfamilien mit Kindern. Es gibt Schulen und öffentliche Gebäude und natürlich auch Pagoden. Der Einzelhandel wird auf dem Wasser abgewickelt. Aufgrund der Überfischung darf in einigen Monaten des Jahres nur für den persönlichen Bedarf gefischt werden.

Es ging weiter durch ausgedehnte Mangrovenwälder, bevor wir ein Stück auf den großen See hinaus fuhren. Stefan hat es sich nicht nehmen lassen, ein paar Runden um unser Boot zu schwimmen, Als Training für seinen nächsten Triathlon.

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Zum letzten gemeinsamen Abendessen sind wir ins "Café Indochina" gegangen und zum Schluss in einer Bar, in der Nähe der Pub Street, die von einem Amerikaner aus Denver betrieben wird, gelandet.

Radtour nach Banteay Srei

Nov. 142019

Auf der Fahrt zum Startpunkt unserer letzten Rad-Etappe ist der Reifen des linken Vorderrades unseres Busses geplatzt. Das gab einen ganz schönen Schlag, der Fahrer hat die Situation aber gut gemeistert und ist ohne größere Probleme zum Stehen gekommen. Dumm nur, dass das Ersatzrad nach der letzten Reifenpanne nicht repariert wurde. So musste er einen der hinteren Zwillingsreifen abbauen und als Vorderrad verwenden, damit er noch nach Hause fahren konnte. Wir sind in einen anderen Bus umgestiegen, der eine gute halbe Stunde später kam. 

Auf unseren Rädern fuhren wir heute wieder durch viele kleine Dörfer, vorbei an Reisfeldern und verschiedenen Pagoden. Unterwegs fehlte mal ein Stück Straße. Die wurde abgetragen und gerade mit Schotter wieder aufgefüllt. Wir mussten uns an den (fahrenden) Baggern vorbei zwängen.
Während einer Pause an einem kleinen See, kamen ein paar Wasserbüffel die Straße entlang getrottet. Die wollten dann aber erst einmal baden gehen.

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Bevor wir zum Mittagessen an einem der überdachten Imbisse durften, stand noch eine Wanderung zum "Fluss der 1000 Lingams" an. Na ja, das war mehr eine Klettertour. Da wurden vor rund 900 Jahren Reliefs und eben die Lingams (manche meinen, das sind Phalli) in die Steine im Fluss gemeißelt, damit das Wasser, wenn es in Angkor ankommt, heilig ist.

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Beim Abstieg gab es einen kleinen Schreckmoment. Plötzlich krachte es und ein Baum stürzte auf uns zu. Zum Glück nicht ganz, denn er wurde von einem anderen Baum aufgehalten.

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Nach dem Essen ging es weiter zum Tempel Banteay Srei. Einige von uns wollten sich noch nicht von ihren Fahrrädern verabschieden und fuhren die knapp 15 km mit dem Rad, die anderen nahmen den Bus, wie es eigentlich geplant war.

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Banteay Srei ist der für mich beeindruckendste Tempel, den wir hier gesehen haben. Die zahllosen Verzierungen und Reliefs sind so detailliert ausgeführt, dass ich mich frage, wie die das hinbekommen haben.

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 Die 5 Schlangen (hier sind nur 3 davon zu sehen) hatten sogar noch ihre Zähne, obwohl sie relativ klein sind.

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Abends sind wir mit TucTucs in die Innenstadt von Siem Reap zum Essen gefahren. Und danach durch die Pub Street geschlendert. Das ist ein Straßenzug, in dem es eigentlich nur Kneipen bzw. Restaurants gibt. Extrem laut, extrem bunt und voller Menschen, von denen etwa die Hälfte uns etwas verkaufen wollte (hauptsächlich Essen, Getränke und TucTuc - Fahrten).

 

Abenteuer Angkor

Nov. 132019

Das erste Abenteuer des Tages war die Fahrt mit den Rädern durch den morgendlichen Verkehr von Siem Reap. Es ist nicht so einfach, bei dem Gewusel auf den Straßen die Truppe halbwegs zusammenzuhalten. Zumal Wang an der Spitze sehr flott unterwegs war. Nachdem wir unsere Eintrittskarten in Empfang genommen hatten - da wurde vorher noch ein lustiges Foto, welches mit einer Webcam aufgenommen wurde, aufgedruckt - fuhren wir durch einen Slum vor der Stadt nach Angkor Wat. Das ist schon eine beeindruckende Tempelanlage. Auf Wikipedia ist alles sehr schön beschrieben, was wir hier gelernt haben: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Angkor_Wat

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Mich haben  vor allem die riesigen Reliefs entlang der Gebäude fasziniert. Sie sind relativ flach, aber sehr detailreich ausgeführt. Die dargestellten Geschichten sind teilweise (für mich) etwas merkwürdig. Jedenfalls haben die Leute damals unheimlichen Aufwand mit den Bauwerken betrieben, nur damit wir uns das 800 Jahre später ansehen können😋. Denn so richtig funktional waren die Gebäude ja eher nicht.

Obwohl wir relativ zeitig losgefahren sind, waren die Chinesen alle schon da, als wir dort ankamen. In den Gängen haben sich die Museumsführer bei der Erklärung der Reliefs in verschiedenen Sprachen gegenseitig übertönt. Da man auch bei der Besteigung des höchsten Turmes anstehen müsste, hat sich die Weiterfahrt nach Angkor Thom um mehr als eine Stunde gegenüber der Planung verschoben. Wir hatten uns nicht für den Aufstieg angestellt, dafür dann im Park die Affen beobachtet. Die hatten sich einiges Zeug zusammengeklaut und ihr Mittagessen, hauptsächlich bestehend aus Bananen und Kokosnüssen, zusammengestellt. Zu trinken gab es natürlich auch.

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Auf der Weiterfahrt nach Angkor Thom hat es mich mal wieder leicht erwischt. Ich fuhr als letzter in der Reihe auf einem schmalen Weg auf der mittlerweile bewaldeten alten Stadtmauer. Einige der Bäume hatten ziemlich tief hängende Äste. Ich hab mich auf einen konzentriert, den kurz davor aber übersehen. Es gab einen ganz schönen Schlag vor die Birne. Da hatte ich den Helm mal nicht umsonst auf. Na ja, der Schädel hat noch eine halbe Stunde lang gebrummt, dann war's vergessen. Der Helm ist ganz geblieben.

Da der Aufstieg zum oberen Teil des Südtores der Stadtmauer etwas steinig war, hat mir die Fotografin ihren Apparat überlassen, damit ich ein Foto von einem der 4 Köpfe darauf machen kann.

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Ich hatte die Kamera gerade eingepackt, da fing es an zu regnen. Ziemlich stark. Wir konnten uns unter ein paar Bäumen unterstellen und wurden nur ein bisschen nass. Fuhren dann bei leichterem Regen aber weiter in die Anlage von Angkor Thom. Da der Regen wieder stärker wurde, haben wir es vorgezogen, erst einmal (unter einer Plane) essen zu  gehen. Nach der Besichtigung der Tempel hier, fuhren wir schnell weiter zum Tempel Ta Prohm, da wir schon gewaltig in Verzug waren. Diese Tempelanlage wurde so belassen, wie sie damals aufgefunden wurde, von großen Bäumen überwuchert.

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Das ist (bis hierher) mein Lieblingstempel. Die Anlage wird um 17:30 Uhr geschlossenen und die Wärter machten uns darauf aufmerksam, dass wir uns beeilen sollten. Es wurde ja auch langsam dunkel. Und wir hatten noch mehr als 10 km Weg vor uns.
Also haben wir uns auf unsere Räder geschwungen und sind zurück nach Siem Reap gefahren. Es wurde ganz schnell ganz dunkel. Und das ohne Licht am Fahrrad (bis auf 2 Stirnlampen). Wir fuhren relativ dicht hintereinander in einer Reihe. Auftretende Hindernisse wurden nach hinten durchgesagt. In der Stadt gab es dann wieder Licht durch die Straßenbeleuchtung und die Häuser, aber auch den abendlichen Verkehrsstress. Es ging alles gut, wir kamen verdeckt, aber vollzählig und heil am Hotel an. Allerdings war Kirsten ziemlich fertig nach dieser Aktion. Der chaotische Verkehr und die unberechenbaren Aktionen der anderen auf der Straße haben ihr Angst gemacht.

Von Kampong Cham nach Siem Reap

Nov. 122019

Noch vor dem Frühstück standen unsere Räder, frisch geputzt, vor dem Hotel zur Abfahrt bereit. Es hatte die ganze Nacht geregnet. Deshalb war zu erwarten, dass die Fahrräder nicht lange so sauber sein werden.
Nachdem wir aus der Stadt heraus waren, ging es durch viele Dörfer entlang der Straße. Wir wurden überall freundlich begrüßt. Die Kinder kamen scharenweise angerannt und waren ganz wild darauf, uns abzuklatschen. Die Menschen auf den Dörfern wohnen anders als die in Vietnam. Fast alle Häuser sind auf Stelzen gebaut. Das dient einerseits dem Schutz vor Hochwasser und unangenehmen Tieren (Schlangen).  Zum Anderen hält sich die Familie dort tagsüber auf. Am Abend werden dann die Tiere, die am Tage frei herum laufen, dort untergebracht. Oder das Auto der Familie.

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Die Handy - Fotos des Tages, sind nicht so ganz gut. Die Luftfeuchtigkeit war sehr hoch und dadurch war die Optik etwas beschlagen.

Entlang der Straßen versuchen die Leute ihre Jagdbeute, oder auch alles, was man sich vorstellen kann (hauptsächlich etwas zu essen oder zu trinken) zu verkaufen.

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Nachdem wir bisher nur über flaches Land gefahren sind, stand heute die erste Bergetappe an. Zum Mönchsdorf Han Chey. Der erste Teil des Anstieges hatte es in sich. Oben auf dem Berg stehen viele Tempel. Der älteste stammt aus dem 7. Jahrhundert und wird heute noch genutzt.

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Von außen sah man ihm schon an, dass er so alt ist, im Inneren  war er schön geschmückt.

Nach rund 40 km km haben wir die ziemlich verdreckten Fahrräder zum Putzen abgegeben und stiegen wir in den Bus um, mit dem wir nach Siem Reap gebracht wurden. Wir waren übrigens ähnlich gesprenkelt wie die Räder.

Es gab noch einen interessanten Zwischenstop an der einst längsten Steinbogenbrücke der Welt mit mehr als zwanzig schmalen Bögen, die sich über 87 Meter erstreckten - der Spean Kampong Kdai Bridge (die Brücke hat noch viele andere Namen). 

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Sie wurde im 12. Jahrhundert während der Regierungszeit des Königs Jayavarman erbaut. Schön finde ich die (normalerweise) 5 köpfige Schlange NAGA die hier auf so gut wie allen größeren Einfassungen oder Balustraden dargestellt wird.

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Wir trafen dort einige Mönche, die auf dem Weg zu einem Fest in Angkor unterwegs waren und religiöse Riten mit Naga ausgeführt haben. Einer von denen war sehr interessiert und hat uns ausgefragt.

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Die Einfahrt in Siem Reap verlief sehr schleppend. Da wegen des Wasserfestes das Zentrum gesperrt war, mussten wir über Um- und Schleichwege zum Hotel fahren. Hier werden wir bis zur Abreise bleiben. Also kein ständiges Aus- und Einpacken der Koffer mehr. Am Abend waren wir wieder gemeinsam im "Try me", ganz in der Nähe, essen.

Es ist ein schöes Hotel. Wir wohnen in einer Art Bungalow im Garten gegenüber dem Pool. Es gibt hier aber auch ein paar kleine Problemchen. Beim Duschen kam ein Teil des Wassers aus dem Schlauch unterhalb des Duschkopfes heraus. Und nach 2 Minuten Duschen war das Bad überschwemmt, weil die beiden Abflüsse nicht so ganz Wasserdurchlässig sind.

Von Phnom Penh nach Kampong Cham

Nov. 112019

Es ist vielleicht schon aufgefallen, dass ich mit meinen Berichten etwas in Verzug bin. Das liegt hauptsächlich an unserem straffen Terminplan. In der Regel stehen wir um 6:00 Uhr (oder früher) auf und frühestens ab 22 Uhr finde ich etwas Zeit, die Ereignisse des Tages aufzuschreiben. Die Fotolieferantin ist meist so müde, dass sie sofort einschläft, wenn wir in unserem Zimmer sind. Ich bitte um etwas Geduld. Es kommt auch vor, dass einige Beiträge nachdem sie veröffentlicht wurden, noch ergänzt werden. Also, ruhig nochmal nachsehen.

So, jetzt geht es los:
Heute sind wir eine halbe Stunde früher aufgestanden, als ursprünglich geplant. Das lag daran, dass wir gestern den Königspalast nicht besuchen konnten, weil er schon geschlossen war, als wir ankamen. Deshalb sollte der Besuch noch vor den Start der heutigen Tour geschoben werden. Aber als wir dort ankamen, wurde uns gesagt, dass der Palast heute überhaupt nicht öffnet. Ist eben Wasserfest in Kambodscha. Alles umsonst. So musste ich mich im Bus umziehen - mit kurzer Radhose darf man die Heiligtümer nicht betreten - der uns aus der Stadt heraus zu unseren Rädern gebracht hat. Unser kambodschanischer Guide heißt Wang. Wir brauchten uns also nur ganz wenig umgewöhnen. Der ist allerdings wesentlich jünger als Quang.

Vorher haben wir noch einen Abstecher zu einem Insektenmarkt in Skoun gemacht. Neben Obst und Gemüse gab es dort, wie der Name sagt, frittierte Insekten und Kleintiere. Das Foto mit den Skorpionen ist verloren gegangen, aber die kleinen Frösche sehen doch auch ganz gut aus.

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Ich habe darüber nachgedacht, davon zu kosten, hab es aber sein lassen. Es kostet schon einige Überwindung, aber auf den Schüsseln mit dem "Essen" saßen so viele (lebendige) Fliegen,  sodass ich es doch nicht getan habe.

Kurz darauf trafen wir auf unsere Fahrrad - Crew. Diesmal gab es Räder der Marken TREK und GIANT. Meins ist ganz neu.

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Kirsten hatte anfangs nicht so großes Glück mit ihrem Rad. Erst klemmte die Vorderrad-Bremse etwas. Nachdem das behoben wurde knackte das Getriebe (Pedale oder Tretlager) ziemlich doll. Wir ließen darauf hin den Mechaniker damit fahren - er wollte das Problem am Abend lösen. Beim nächsten Stop jedoch tauschte er sein Rad gegen ihres. Von da an war sie nicht mehr zu bremsen. Das war gut eingestellt und passte auch von der Größe zu ihr. Ich hatte zu tun, hinterher zu kommen.

Auf der Etappe, die durch viele kleine Dörfer führte, war festzustellen, dass hier vieles anders ist, als im Nachbarland Vietnam. Die Leute sind dunkelhäutiger und viel religiöser. Etwa 90% der Bevölkerung sind Buddhisten. Der indische Einschlag ist nicht zu verkennen. So  gut wie jedes Dorf hat eine Pagode mit vielen Statuen der verschiedenen Gottheiten.

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Die Mehrzahl der Leute dagegen wohnen in Häusern, bei denen man die Befürchtung haben muss, dass sie beim nächsten Windstoß zusammen fallen. Und Buddha ruht über Allem.

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Das war der erste Tag in diesem Urlaub, an dem es weniger als 30°C warm war. Nur 26°. Und dann fing es noch zu regnen an. Da wir auch auf unbefestigten Wegen fuhren, sahen wir bei der Ankunft im Hotel aus, wie richtige Mountainbiker. Wir hatten ein Zimmer mit einem schönen Ausblick auf den Mekong. Es war nur kein Fotowetter.

Auf Wiedersehen Vietnam, hallo Kambodscha

Nov. 102019

Da das Boot, welches uns nach Kambodscha bringen soll, schon um 7:00 ablegt, mussten wir wieder ziemlich zeitig aufstehen. Auf der kurzen Busfahrt zum Hafen stand noch die sehr emotionale Verabschiedung von Quang an. Er war für die Woche unser Familienvater. Quang ist zwar ein kleiner Quatschkopf und Spaßvogel, hat sich aber gut um uns gekümmert und viel organisiert. Zum Beispiel hat er sehr schnell gemerkt, dass Kaffee oder Tee während unserer Pausen unterwegs nicht so Meins ist. Also hat er immer Bier für mich organisiert (ich bin hier aber nicht der einzige Biertrinker). Einmal hat er sogar einen jungen Burschen mit dem Motorrad losgeschickt, um Bier zu holen. Das wollte ich eigentlich gar nicht, aber die ließen sich nicht bremsen. Bei jedem Stop hat er sich als erstes um die "Happy Places" für die Mädchen gekümmert, bzw. dort angehalten, wo er wußte, dass die in Ordnung sind.

Die Abfahrt hat sich noch etwas verzögert, da es dauerte, bis alle Passagiere (etwa 60) an Bord waren und das Gepäck verstaut war. Als die Fahrt dann los ging, wurde erst einmal Frühschoppen gefeiert. Es ist ja schließlich Sonntag. Der Smutje (?) kam mit einem Tablett mit Getränken vorbei, Außer kambodschanischem Bier, war aber für uns (Uwe und mich) nichts dabei. Also haben wir uns vor 8:00 Uhr schon einmal getränkemäßig auf das Land vorbereitet.

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Spaßig ist, dass wir anfangs Schwimmwesten anziehen mussten, die aber nach dem Verlassen des Bootes zur Ausreise alle weggepackt wurden.
Der Mekong ist zwar nur einer der 12 größten Flüsse der Erde, aber ganz schön beeindruckend. Dagegen erscheinen die Flüsse in Deutschland, etwa Rhein oder Elbe, wie kleine Bäche. Auf der Strecke unserer Bootsfahrt war er meist etwa 1 km breit. Vielleicht kann das Foto einen kleinen Eindruck davon vermitteln.

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Nach etwa einer Stunde erreichten wir die Grenze zu Kambodscha. Die Ausreise aus Vietnam stand an. Auf dem Boot wurden die Pässe, die vorher abfotografiert wurden, sowie 35$ eingesammelt. Die Einreiseanträge waren da schon ausgefüllt. Wir mussten alle vom Boot und in einem kleinen Raum eine Weile herumstehen. Man konnte hier aber seine restlichen Dong in eine andere Währung umtauschen. Einige Zeit später bekamen wir unsere Reisepässe wieder und konnten auf's Boot zurück. Zuvor wurde aber noch unser Handgepäck durchleuchtet. Sehr akribisch - der Mann am Monitor hat das Band recht oft hin und her fahren lassen, wenn er sich nicht sicher war, bei dem, was er da sah. Dann ging es weiter. Eine Weile später legte das Boot erneut an und wir mussten wieder von Bord, um die Einreiseformalitäten zu erledigen.
Das hat etwas länger gedauert, weil  die Passagiere von 3 Booten fast gleichzeitig hier ausgeladen wurden und es auf der Station nur 3 Einreiseschalter gab.

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Aber die waren dafür zeimlich modern. Der Pass wurde eingescannt, mit einer Kamera wurde ein Passfoto aufgenommen und unsere Fingerabdrücke wurden digital erfasst. Das geforderte Passbild hatten wir umsonst mitgenommen. Auf dem Visum, das nun in meinem Reisepass klebt, steht als Preis dafür der Betrag von 30$. Da ist wohl etwas Geld irgendwo versickert.
Nachdem das für alle Passagiere erledigt war ging es mit dem Speedboot mit 35 km/h weiter nach Phom Penh, wo wir gegen Mittag ankamen. Das Anlanden war eines der Highlights des Tages. In Kambodscha wird nämlich an diesem Wochenende für 3 Tage das Wasserfest gefeiert. Aus diesem Grund wurde der Hafen gesperrt und wir mussten an einer abschüssigen Wiese anlegen. Der Kapitän hat mehrere Versuche gebraucht, bis das Boot so fest gemacht war, dass wir trockenen Fußes an Land kamen. Das Gepäck musste auch den Hügel hinauf. Mit dem Boot rechts im Bild sind wir gekommen.

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Das Wasserfest ist das kulturelle Highlight in Kambodscha. Es wird gefeiert, wenn sich die Fließrichtung des Tonle Sap, einem Nebenarm des Mekong, umkehrt.
Während  der Regenzeit (Sommer und Herbst), füllt der Mekong den Tonle Sap Binnensee über dessen Verbindungsarm (Bassaic oder Tonle Sap River) auf bis zu 9 m Wassertiefe an und läßt den See auf rind 16.000 km² anwachsen. Fällt das Wasser im Mekong dann im Oktober oder November unter eine gewisse Marke, dann entleert sich der riesige Binnensee auf dem gleichen Wege wieder in den Mekong. Im Mündungsbereich findet dann das große Wasserfest mit den bekannten Bootsrennen statt. Dazu reisen Millionen von Menschen alljährlich an. Seine kleinste Ausdehnung mit nur rund 9.000 km² bei rund einem Meter durchschnittlicher Wassertiefe, erreicht der Tonle Sap zum Ende der Trockenzeit im März oder April. Auch dann begleiten Festivitäten der Bewohner die Umkehr der Fließrichtung erneut. (Von Wikipedia übernommen)

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An Land begrüßte uns eine junge, hübsche Frau, die für den heutigen Tag unsere Stadtführerin in Phnom Penh ist. Das erste Ziel war ein Restaurant, direkt am Fluss, wo wir auf der Terrasse zu Mittag aßen. Von dort aus konnte man die Drachenboot - Rennen gut verfolgen. In den großen Booten sitzen, bzw. stehen 60 Leute, die mit den anderen um die Wette ruderten.

Der nächste Tagesordnungspunkt war der Besuch des National Museum.

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Hier wurde uns hauptsächlich die Geschichte der verschiedenen Religionen in diesem Land nahe gebracht. Für mich ist das alles zu virtuell. Aber, einige Namen sind ja bekannt, nun kenne ich die Zusammenhänge etwas besser. Und, ich habe Vishnu eine Blume (Kirsten auch etwas Geld) gespendet.

Da der Nachmittag noch jung war, sind wir weiter zum S21 gefahren. Das war ursprünglich eine Schule, die von den Roten Kmer zum Gefängnis umgebaut wurde. Von den Insassen haben nur 8 überlebt, fast 20.000 wurden ermordet. In den Block C bin ich dann nicht mehr hinein gegangen. Ich kann nicht verstehen, wie Menschen Menschen sowas antun können.

Der Abend war dann wieder schön. Wir beide haben uns ins Party - Getümmel in der Stadt gestürzt. In einem netten Restaurant haben wir gut gegessen und getrunken und dem Treiben auf der Straße zugesehen.

Von Long Xuyen nach Chau Doc

Nov. 092019

Zum Frühstück des vorletzten Tages in Vietnam saßen wir wieder auf der Dachterrasse. In Vorbereitung der Feierlichkeiten zur Parlamentstagung hier, hat sich Kirsten entsprechend eingekleidet.

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Diesmal sind wir gleich am Hotel auf die Räder gestiegen und haben uns in den Berufsverkehr gestürzt. Unser erstes Ziel war ein buddhistischer Tempel in der Stadt. Viele verschiedene Statuen und vergoldete Drachen. Da Religion nicht so mein Ding ist, habe ich auch keine Fotos davon gemacht.

Die heutige Etappe führte uns vornehmlich durch Reisanbaugebiete.

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Da heute auch der Tag war, an dem wir uns von unseren vietnamesischen Fahrrädern verabschieden mussten, war Kirsten ein wenig wehmütig. Zumal gerade das Problem mit ihrer Sattelstütze (die rutschte regelmäßig langsam herunter, egal wie fest man sie anzog) gelöst war. Wir hatten ziemlich robuste Cannondale - Räder. Leider ohne Gepäckträger, sodass wir immer mit Rucksack fahren mussten.

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Eine der Pausen machten wir wieder in einem Imbiss in einem kleinen Dorf. Da sind auch die Plastikstühle klein. Aus Platzgründen, oder weil die meisten Vietnamesen etwas kleiner sind als wir? Die Kinderstühle haben wir oft vorgefunden.

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Die Stühle sind nur für halbwegs schlanke Leute geeignet.

Nach knapp 50 km war dann Schluss mit dem Radfahren in Vietnam. Alle persönlichen Sachen wurden von den Rädern abgebaut und wir haben unsere Rad - Guides verabschiedet, die sich bestens um uns und die Fahrräder gekümmert haben.
Auf dem Weg zum Hotel haben wir noch einen Abstecher zu einem der Killing Fields auf vietnamesischen Boden gemacht. Zuerst zur Gedenkstätte mit grausigen Fotos, dann zum Mahnmal, in dem die Gebeine der vielen Ermordeten in großen Glaskästen aufbewahrt sind. Ich konnte da nicht hineingehen. Das Foto stammt von Quang.

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Von Can Tho nach Long Xuyen

Nov. 082019

Der heutige Tag begann für mich nicht so ganz optimal. Das Klingeln des Weckers - eigentlich ist es ja eins meiner Lieblingslieder - hat mich arg getroffen. Es war 5:45 Uhr und ich war noch nicht so weit. Als ich kurz darauf ins Bad stolperte, hätte ich mich fast hingelegt. Der ganz glatt polierte Marmorfußboden war mit einer etwa 5 mm hohen Wasserschicht überzogen. Das Wasser tropfte munter von der Decke herunter. Als ich kurz darauf die Rezeption anrief, um den Schaden zu melden, wurde am anderen Ende der Leitung gefragt: "Ist das Wasser warm oder kalt?" Ich hab's nicht verstanden. Es kam dann ein Zimmermädchen, die aber mit der Situation etwas überfordert war. Sie telefonierte kurz und hat wohl meine Fehlerbeschreibung bestätigt. Wir hatten inzwischen das ganze Bad mit Handtüchern ausgelegt, um nicht auszurutschen.

Die erste Aktion des Tages war der Besuch des Floating Market von Can Tho. Das ist ein schwimmender Großmarkt für Obst und Gemüse. Offensichtlich ist an Land kein Platz dafür. Kleine Boote fahren zu großen Booten und kaufen einen Teil der Ladung von denen, die dann auf dem Markt an der Straße weiter verkauft wird.

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Wir sind mit unserem Touri - Boot einmal um den Markt herum gefahren. 

Die meisten Leute hier sind sehr arm. Die kleinen und schmalen Behausungen an den Straßen sind gleichzeitig Werkstatt, bzw. Manufaktur, Verkaufsraum und auch Wohnung für die ganze Familie.

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In der Garküche, in der wir heute gegessen haben, war der hintere Teil durch eine Balustrade abgetrennt, hinter der ein Bett stand  (mit einer alten Frau darauf ). Die Gaststätte war aber etwas größer als üblich.
Und immer fegt jemand. Dumm nur, dass das Zusammgefegte vor der Tür liegen bleibt. Gelinde gesagt, es sieht etwas unaufgeräumt und schmuddelig an den Straßen aus.
Aber dafür waren in einigen Dörfern Lautsprecher an den Straßen installiert, mit denen die Bewohner und wir mit wichtigen Informationen beschallt wurden. Am Wochenende tagt das Parlament in Hanoi und außerdem ist irgend ein 90ster Jahrestag. Wir haben zwar nicht verstanden, was da gesagt wurde, aber es  war in einigen Orten übermäßig viel geflaggt. Ich nehme an, es ging darum. 

Ich muss erst einmal unterbrechen, da das W-LAN hier sehr schwach ist. Der einzige Ort, wo es halbwegs funktioniert ist das Klo. Wird auf die Dauer etwas unbequem. Außerdem habe ich den Wecker gerade auf 5:00 Uhr gestellt, weil wir morgen zeitig los müssen.

Weiter:
Die Vegetation hier ist eigentlich mit der in Costa Rica zu vergleichen. Was wir bisher überhaupt nicht gesehen haben, sind irgendwelche lustigen Tiere, die auf den Bäumen wohnen. Auch tropische Vögel waren nicht zu sehen. Heute haben wir aber eine kleine, dünne Giftschlange gefunden. Die war dummerweise genau so grün wie die Blätter auf denen sie saß. Weil sie auf dem Foto so gut wie nicht erkennbar ist, habe ich das weggelassen.

Die letzten 10 km der heutigen Etappe waren fakultativ. Es waren aber nur 2 Mitfahrer (innen), die es sich im Bus bequem gemacht haben.Von dem Rest der Truppe hat die Hälfte die Gelegenheit genutzt, sich mal ordentlich auszupowern. Die Straße war recht gut, wenig befahren und bis auf die 7 Brücken (die sind hier immer im Bogen über die Flüsse gespannt) ganz flach.

Das Abendessen gab es später auf der Dachterrasse unseres heutigen Hotels mit Blick auf die Stadt. Es war gut und vor allem das preiswerteste bisher. Nur die fliegenden Insekten haben mich genervt.

Von Cai Be nach Can Tho

Nov. 072019

Bevor es heute richtig los ging, war erst einmal Arbeit angesagt. Wir sind in das Gewerbe der Puffreis - Produktion eingestiegen. In einer großen Schale wird Sand, gemischt mit Kokosöl erhitzt. Dann wird eine Handvoll Reiskörner dazugeben, die sich nach kurzer Zeit aufblähen und lustig durch die Gegend springen. Fabiola müsste kräftig umrühren. Nachdem alle Körner aufgegangen sind, wurden sie in ein feines Sieb geschaufelt, wo der Reis vom Sand getrennt wird. In einem gröberen Sieb werden danach die Spelzen ausgesiebt.

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Die heutige Etappe teilte sich in 2 Abschnitte. Zuerst umrundeten wir eine Insel zwischen verschiedenen Mekong - Armen. Das hat mich ein bisschen an die Geschichten vom Schlaraffenland erinnert. Alle möglichen Früchte hingen in Griffnähe an den Bäumen rechts und links der sehr schmalen Wege. Nur gebratene Hühnchen flogen nicht herum. Und die Wege waren nicht so gut.

Nach der Inselrundfahrt sind wir mit einer Fähre zurück aufs Festland gefahren. Da hier viele Menschen mit Mopeds, Autos und Fahrrädern hin und her geschifft werden, ging das alles ganz flott. Noch bevor die Fähre richtig angelegt hatte, fuhren die ersten schon herunter und gleichzeitig welche hinauf. Es gibt keine Schranken oder Absperrungen.

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Am anderen Ufer angekommen, sind wir erstmal über den dortigen Markt gegangen. Maren brauchte ein paar neue Schuhe, weil sich bei den alten die Sohlen abgelöst hatten. Sie hat auch welche bekommen. Direkt an der Straße wurde hauptsächlich Obst und Gemüse verkauft. Etwas Abseits konnte man aber auch lebende Schlangen, sowie verschiedene Geflügel kaufen. Denen waren die Beine und Flügel zusammen gebunden, damit sie nicht weg konnten. Einige der Tiere sahen sehr schlecht aus, mehr tot als lebendig.

Jetzt lagen nur noch 10 km bis zum Ziel des heutigen Tages vor uns. CanTho ist die größte Stadt in der Region des Mekong-Deltas und die viertgrösste Stadt Vietnams. Sie hat 1.238.300 Einwohner. Dementsprechend war der Verkehr, als wir nachmittags dort "einritten". Kirsten hätte sich auch eine Hupe für ihr Fahrrad gewünscht. Damit sie ein bisschen mitmischen kann. In Ermangelung dessen hat sie die Hupen - Geräusche selbst gemacht. Wir haben uns relativ schnell an das vietnamesische Fahrverhalten angepasst. Hier muss man zum Verkehsrowdy werden, wenn man voran kommen will. Es ist alles gut gegangen. Überhaupt, wir haben bisher nur einen Verkehrsunfall gesehen.

Abendessen waren wir in einem Restaurant direkt am Ufer des Mekong.

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Am anderen Ufer waren riesige Monitore, die Werbung gezeigt haben, aufgestellt. Die Vietnamesen mögen es offenbar so bunt. Auf dem Fluss fuhren große, sehr bunt beleuchtete Schiffe herum. Und auch in der Stadt sahen einige Häuser am Abend so aus.
Das Restaurant war etwas höherpreisig, für uns aber recht günstig. In einer "normalen" Gaststätte kostet ein Essen zwischen etwa 80000 und 150000 Dong. Das sind rund 3,50€ bis 6,00€. Das Bier (0,33l) bekommt man für 1€ bis 1,50€, auf dem Markt für 0,50€. Es ist recht mild.
Schwierigkeiten hatte ich anfangs mit den vielen Nullen auf den Geldscheinen. Da habe ich mich schon Mal verzählt.

Von Ben Tre nach Cai Be

Nov. 062019

Wie bisher immer, und wohl auch den gesamten Urlaub über, klingelte der Wecker schon vor 6:00 Uhr. Da die Trennwände zwischen unseren Zimmern oben offen waren, brauchten wir unseren nicht einschalten, da irgend ein Wecker in allen Zimmern zu hören war. Nach dem Frühstück haben wir unser Gepäck auf einem Dschungel-Pfad zum Bus getragen (und kamen uns vor wie die Vietcong vor 50 Jahren), der uns zu den Rädern am Startpunkt der heutigen Etappe gebracht hat.

Eigentlich ist die Regenzeit hier vorbei, aber das Wetter hat sich nicht daran gehalten. Nach wenigen Kilometern überraschte uns der erste Regenschauer. Wir stellten uns unter ein paar Bäume, während Quang ins nächste Haus ging und mit den Bewohnern redete. Kurz darauf saßen wir alle auf der überdachten Terrasse und bekamen Tee serviert.
Nach dem Regen gab es einige Stürze, die aber alle glimpflich verliefen. Auf dem Beton - Untergrund hatte sich eine ganz dünne Schicht Moos  ( oder Algen? ) gebildet, die bei Nässe so glatt war, dass man keine Chance hatte, das Rad zu halten. Dumm war, dass das gar nicht der richtige Weg war und wir eh zurück mussten.
Der nächste, kräftigere Regenguss ging während unserer Kaffee -  Pause in einer Garküche nieder.

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Wir saßen zu der Zeit schon im Trockenen. Ein paar Kilometer weiter, kehrten wir dann zum Mittagessen ein. Auf dem Platz vor dem Imbiss wurde gerade das Essen vorbereitet. Es gab gegrillte Ratten.

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Wir haben dann aber etwas anderes gegessen. Dort im Garten hat Kirsten einen Spiegel entdeckt, mit dem sie fotografisch etwas experiment hat.

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Wir sind dann weiter zur Anlegestelle des Bootes gefahren, welches uns zu unserem heutigen Hotel gebracht hat. Die Mekong - Lodge liegt direkt am Fluss und ist sehr komfortabel.

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 Bemerkenswert ist die hölzerne Badewanne.

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Von Ho Chi Minh Stadt nach Ben Tre

Nov. 052019

Nach dem recht zeitigen Aufstehen (6:00 Uhr) und dem Frühstück sind wir in den Bus gestiegen, der uns zu unseren Fahrrädern und dem Startpunkt der ersten Etappe gebracht hat. Kurze Zeit später waren alle Räder eingestellt und es ging los. Kreuz und quer durch kleine Dörfer im Mekong-Delta, wo hauptsächlich die Drachenfrucht angebaut wird. Der Weg ist das Ziel.

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Damit die Drachenfrucht optimal gedeiht, benötigt sie etwa 20 Stunden am Tag Licht. Da die Sonne hier aber nur etwa halb so lange scheint, sind zwischen den Pflanzen Lichterketten angebracht, die für die nächtliche Beleuchtung sorgen (ist auf dem Foto nicht zu erkennen).

Auf der ersten Etappe gab es auch gleich das erste Problem. Zwei unserer Mitfahrer waren auf einmal nicht mehr da. Unser vietnamesischer Guide - Quang - fuhr eigentlich voraus, hielt aber irgendwann an, um Fotos von uns zu machen. Die beiden fuhren geradeaus weiter, während wir, kurz danach kommend, abbogen. Und keiner hat bemerkt, das wir nicht mehr vollzählig waren. Aber, Dank GPS und moderner Kommunikationstechnik (Handy) haben wir wieder zueinander gefunden.

Unterwegs trafen wir Bauern, die gerade ihre Ernte von Drachenfrüchten verladen wollten. Quang erzählte uns derweil einiges über diese Früchte, woraufhin wir eine ganze Menge davon geschenkt bekamen. Eine willkommene Erfrischung.

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Zu Mittag haben wir in einer der Garküchen, die es hier überall entlang den Straßen gibt, gegessen. Das ist etwas ungewohnt für uns. Auf der Straße sucht man sich aus den diversen Schüsseln sein Wunschgericht zusammen, dazu kommt dann noch Reis und irgendeine Souce. Dann wird man in den "Gastraum" geführt, wo an kleinen Tischen, auf Plastikhockern sitzend, gegessen wird. Auf engstem Raum wird hier alles erledigt. In einer Ecke sitzen Frauen auf der Erde und bereiten das Gemüse zu, daneben wird gekocht und das Geschirr abgewaschen. Ein Getränke-Verkaufsstand ist auch vorhanden. Und dazwischen wir.

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Das Essen hat geschmeckt.

Am Nachmittag sind wir mit verschiedenen original vietnamesischen Verkehrsmitteln chauffiert worden. Zuerst mit Motorrädern, auf deren hinterem Teil eine offene Ladenfläche mit 2 Sitzbänken für insgesamt 6 Personen montiert ist, zu einem Nebenarm des Mekong. Dort sind wir in kleine Boote umgestiegen, die von jungen Burschen mit einem Ruder am Heck angetrieben wurden. Erstaunlich flott. Nach ca. 2 km kamen wir wieder an Land und sind mit den Motorrädern zu einer kleinen Manufaktur gefahren, in der Bastmatten und ähnliche Sachen hergestellt werden.
Danach sind wir mit einem etwas größerem Boot zu einem kleinen Familienbetrieb gefahren, wo Kokosnüsse verarbeitet werden. Alles per Hand, ohne maschinelle Unterstützung. Etliche Leute haben da den ganzen Tag Kokosnüsse zerhackt.

Übernachtet haben wir in einem HomeStay bei einer vietnamesischen Familie. Das war eine größere Baracke, unterteilt in 10 Boxen (Zimmer), von denen sich immer 2 Klo und Dusche teilen müssten. Die Unterkunft war sehr spartanisch. Dafür war das Abendessen gut.

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Zähneputzen im Dschungel.

Cu Chi und Ho Chi Minh Stadt

Nov. 042019

Unser erster Ausflug des Tages führte uns nach Cu Chi etwa 45km nördlich vom Zentrum der Stadt. Dort wurde ein Tunnelsystem angelegt, in dem sich vietnamesische Partisanen im Vietnamkrieg von 1960 bis 1975 versteckt hielten. Die ersten Tunnel wurden 1948 angelegt. Während des Vietnamkrieges wurde das System von den Vietcong auf bis zu 200 km in 3 Etagen erweitert. Unter der Erde waren ganze Städte entstanden mit Schulen, Lazaretten, Büros und Schlafgelegenheiten. Den Amerikanern ist es nicht gelungen, die Tunnel zu zerstören, trotz massiver Bombardierung, Flutung, das Einleiten von Giftgas oder dem Einsatz von "Tunnelratten" - thailändischen Söldnern (weil die dickeren Amis da nicht reinpassen).

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Das Foto stammt von Wikipedia und zeigt einen der Einstiege in die Tunnel.
Heute wird Cu Chi als Tourismus-Event vermarktet mit dem makaberen Höhepunkt, mit original amerikanischen Waffen in der Gegend herum zu schießen. Etwa 4$ der Schuss. Und es wurde ganz schön geballert. Aber nicht von uns.

Am Nachmittag sind wir losgezogen, um die Stadt noch ein wenig zu erkunden. Zu Fuß. Ein abenteuerliches Unterfangen. Die Fußwege sind entweder nicht vorhanden, oder von Mopeds und mobilen Händlern und Dienstleistern mit deren Equipment zugestellt. Das skurrilste war ein Friseur, der einem Mann auf der Straße die Glatze rasiert hat. Außerdem sind die meisten Wege in sehr schlechtem Zustand.

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Im Großraum Saigon leben etwa 15 Millionen Menschen. Es soll rund 2 Millionen Autos und 10 Millionen Mopeds geben. Und die fahren kreuz und quer durcheinander. Fußgängerüberwege werden komplett ignoriert, Ampeln oftmals auch. Uns wurde gesagt, wir sollen einfach losgehen und nicht stehenbleiben. Sonst hat man verloren. Ist gewöhnungsbedürftig, funktioniert aber.

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Abends waren wir in einem nahegelegenem Restaurant essen, wo es eine spezielle Art des Servierens gab. Bestellte man "flying Rice", wurde zuerst das Tongefäß, in dem er gebacken wurde, auf dem Fußboden (im Gastraum) zerschlagen. Eine Serviererin nahm den heißen Reisfladen auf und warf ihn durch den Raum. Etwa 5 m entfernt wurde er von einer zweiten Person mit einem Teller aufgefangen, noch 2 mal in die Luft geschleudert, damit dir Krümel abfallen, und dann serviert.

Morgen früh werden wir unsere Fahrräder in Empfang nehmen und zu unserer ersten kleinen Tour starten.

Anreise

Nov. 022019

Alles lief wie geplant. Keine Probleme auf der Fahrt zum Berliner Hauptbahnhof. Der ICE nach Frankfurt fuhr pünktlich ab und kam nur ganz wenige Minuten verspätet an. Am Frankfurter Flughafen gab es einige organisatorische Problemchen mit dem Anstellen an der richtigen Schlange, ansonsten war alles recht entspannt und ruhig.
Auch der Flug war okay. Essen war gut und auch die Unterhaltung war vielseitiger, als ich es bisher erlebt habe. Bei den 311 Musikalben waren einige für mich dabei. Ich habe es nicht geschafft, die ausgesuchten alle zu hören.
Pünktlich 7:15 sind wir in Ho Chi Minh Stadt gelandet und waren schon vor 9 Uhr im Hotel. Allerdings konnten wir noch nicht einziehen, weil die Zimmer noch nicht fertig waren. So sind wir müde und verschwitzt zuerst in den Präsidentenpalast ( der heute Wiedervereinigungspalast heißt und ein Museum ist) und danach ins Kriegsmuseum gegangen. Das war ganz schön bedrückend für mich.

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Die Älteren unter uns erinnern sich vielleicht noch an diese Bilder. Ich bin ja froh, dass von unseren Spenden damals nicht nur Panzer, sondern auch Blutkonserven und Lebensmittel nach Vietnam geschickt wurden.

Die Stadt macht erstmal einen etwas zwiespältigen Eindruck auf mich. Einerseits ziemlich europäisch, manches aber auch recht chaotisch und nicht so ganz fertig.

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So wie dieser Verteiler-Mast. Da klatscht doch das Elektriker-Herz in die Hände.

Morgen gibt es mehr aus und über die Stadt, in der Hoffnung dass das W-LAN nicht wieder so zickig ist

Die Reisevorbereitungen sind angelaufen...

Okt. 132019

...und die Vorfreude steigt.
Inzwischen sind unsere Unterlagen und Tickets vom Veranstalter eingetroffen. Die Gruppe ist diesmal etwas kleiner als bei den letzten Touren: 8 Frauen und 4 Männer.
Am 2. November geht es dann los. In Frankfurt startet unser Flugzeug nach Saigon. Eigentlich heißt die Stadt seit 1976 Ho-Chi-Minh-Stadt, aber nach wie vor wird auch der alte Name parallel verwendet.

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Wir werden aber nur etwa 375 km der Strecke mit dem Rad fahren, den Rest mit unserem Bus oder einem Boot.

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D. Blisse 2019