Blisse-Müller-News

Kirsten und Detlef unterwegs

Auf Wiedersehen Vietnam, hallo Kambodscha

Nov. 102019

Da das Boot, welches uns nach Kambodscha bringen soll, schon um 7:00 ablegt, mussten wir wieder ziemlich zeitig aufstehen. Auf der kurzen Busfahrt zum Hafen stand noch die sehr emotionale Verabschiedung von Quang an. Er war für die Woche unser Familienvater. Quang ist zwar ein kleiner Quatschkopf und Spaßvogel, hat sich aber gut um uns gekümmert und viel organisiert. Zum Beispiel hat er sehr schnell gemerkt, dass Kaffee oder Tee während unserer Pausen unterwegs nicht so Meins ist. Also hat er immer Bier für mich organisiert (ich bin hier aber nicht der einzige Biertrinker). Einmal hat er sogar einen jungen Burschen mit dem Motorrad losgeschickt, um Bier zu holen. Das wollte ich eigentlich gar nicht, aber die ließen sich nicht bremsen. Bei jedem Stop hat er sich als erstes um die "Happy Places" für die Mädchen gekümmert, bzw. dort angehalten, wo er wußte, dass die in Ordnung sind.

Die Abfahrt hat sich noch etwas verzögert, da es dauerte, bis alle Passagiere (etwa 60) an Bord waren und das Gepäck verstaut war. Als die Fahrt dann los ging, wurde erst einmal Frühschoppen gefeiert. Es ist ja schließlich Sonntag. Der Smutje (?) kam mit einem Tablett mit Getränken vorbei, Außer kambodschanischem Bier, war aber für uns (Uwe und mich) nichts dabei. Also haben wir uns vor 8:00 Uhr schon einmal getränkemäßig auf das Land vorbereitet.

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Spaßig ist, dass wir anfangs Schwimmwesten anziehen mussten, die aber nach dem Verlassen des Bootes zur Ausreise alle weggepackt wurden.
Der Mekong ist zwar nur einer der 12 größten Flüsse der Erde, aber ganz schön beeindruckend. Dagegen erscheinen die Flüsse in Deutschland, etwa Rhein oder Elbe, wie kleine Bäche. Auf der Strecke unserer Bootsfahrt war er meist etwa 1 km breit. Vielleicht kann das Foto einen kleinen Eindruck davon vermitteln.

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Nach etwa einer Stunde erreichten wir die Grenze zu Kambodscha. Die Ausreise aus Vietnam stand an. Auf dem Boot wurden die Pässe, die vorher abfotografiert wurden, sowie 35$ eingesammelt. Die Einreiseanträge waren da schon ausgefüllt. Wir mussten alle vom Boot und in einem kleinen Raum eine Weile herumstehen. Man konnte hier aber seine restlichen Dong in eine andere Währung umtauschen. Einige Zeit später bekamen wir unsere Reisepässe wieder und konnten auf's Boot zurück. Zuvor wurde aber noch unser Handgepäck durchleuchtet. Sehr akribisch - der Mann am Monitor hat das Band recht oft hin und her fahren lassen, wenn er sich nicht sicher war, bei dem, was er da sah. Dann ging es weiter. Eine Weile später legte das Boot erneut an und wir mussten wieder von Bord, um die Einreiseformalitäten zu erledigen.
Das hat etwas länger gedauert, weil  die Passagiere von 3 Booten fast gleichzeitig hier ausgeladen wurden und es auf der Station nur 3 Einreiseschalter gab.

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Aber die waren dafür zeimlich modern. Der Pass wurde eingescannt, mit einer Kamera wurde ein Passfoto aufgenommen und unsere Fingerabdrücke wurden digital erfasst. Das geforderte Passbild hatten wir umsonst mitgenommen. Auf dem Visum, das nun in meinem Reisepass klebt, steht als Preis dafür der Betrag von 30$. Da ist wohl etwas Geld irgendwo versickert.
Nachdem das für alle Passagiere erledigt war ging es mit dem Speedboot mit 35 km/h weiter nach Phom Penh, wo wir gegen Mittag ankamen. Das Anlanden war eines der Highlights des Tages. In Kambodscha wird nämlich an diesem Wochenende für 3 Tage das Wasserfest gefeiert. Aus diesem Grund wurde der Hafen gesperrt und wir mussten an einer abschüssigen Wiese anlegen. Der Kapitän hat mehrere Versuche gebraucht, bis das Boot so fest gemacht war, dass wir trockenen Fußes an Land kamen. Das Gepäck musste auch den Hügel hinauf. Mit dem Boot rechts im Bild sind wir gekommen.

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Das Wasserfest ist das kulturelle Highlight in Kambodscha. Es wird gefeiert, wenn sich die Fließrichtung des Tonle Sap, einem Nebenarm des Mekong, umkehrt.
Während  der Regenzeit (Sommer und Herbst), füllt der Mekong den Tonle Sap Binnensee über dessen Verbindungsarm (Bassaic oder Tonle Sap River) auf bis zu 9 m Wassertiefe an und läßt den See auf rind 16.000 km² anwachsen. Fällt das Wasser im Mekong dann im Oktober oder November unter eine gewisse Marke, dann entleert sich der riesige Binnensee auf dem gleichen Wege wieder in den Mekong. Im Mündungsbereich findet dann das große Wasserfest mit den bekannten Bootsrennen statt. Dazu reisen Millionen von Menschen alljährlich an. Seine kleinste Ausdehnung mit nur rund 9.000 km² bei rund einem Meter durchschnittlicher Wassertiefe, erreicht der Tonle Sap zum Ende der Trockenzeit im März oder April. Auch dann begleiten Festivitäten der Bewohner die Umkehr der Fließrichtung erneut. (Von Wikipedia übernommen)

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An Land begrüßte uns eine junge, hübsche Frau, die für den heutigen Tag unsere Stadtführerin in Phnom Penh ist. Das erste Ziel war ein Restaurant, direkt am Fluss, wo wir auf der Terrasse zu Mittag aßen. Von dort aus konnte man die Drachenboot - Rennen gut verfolgen. In den großen Booten sitzen, bzw. stehen 60 Leute, die mit den anderen um die Wette ruderten.

Der nächste Tagesordnungspunkt war der Besuch des National Museum.

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Hier wurde uns hauptsächlich die Geschichte der verschiedenen Religionen in diesem Land nahe gebracht. Für mich ist das alles zu virtuell. Aber, einige Namen sind ja bekannt, nun kenne ich die Zusammenhänge etwas besser. Und, ich habe Vishnu eine Blume (Kirsten auch etwas Geld) gespendet.

Da der Nachmittag noch jung war, sind wir weiter zum S21 gefahren. Das war ursprünglich eine Schule, die von den Roten Kmer zum Gefängnis umgebaut wurde. Von den Insassen haben nur 8 überlebt, fast 20.000 wurden ermordet. In den Block C bin ich dann nicht mehr hinein gegangen. Ich kann nicht verstehen, wie Menschen Menschen sowas antun können.

Der Abend war dann wieder schön. Wir beide haben uns ins Party - Getümmel in der Stadt gestürzt. In einem netten Restaurant haben wir gut gegessen und getrunken und dem Treiben auf der Straße zugesehen.

Von Long Xuyen nach Chau Doc

Nov. 092019

Zum Frühstück des vorletzten Tages in Vietnam saßen wir wieder auf der Dachterrasse. In Vorbereitung der Feierlichkeiten zur Parlamentstagung hier, hat sich Kirsten entsprechend eingekleidet.

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Diesmal sind wir gleich am Hotel auf die Räder gestiegen und haben uns in den Berufsverkehr gestürzt. Unser erstes Ziel war ein buddhistischer Tempel in der Stadt. Viele verschiedene Statuen und vergoldete Drachen. Da Religion nicht so mein Ding ist, habe ich auch keine Fotos davon gemacht.

Die heutige Etappe führte uns vornehmlich durch Reisanbaugebiete.

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Da heute auch der Tag war, an dem wir uns von unseren vietnamesischen Fahrrädern verabschieden mussten, war Kirsten ein wenig wehmütig. Zumal gerade das Problem mit ihrer Sattelstütze (die rutschte regelmäßig langsam herunter, egal wie fest man sie anzog) gelöst war. Wir hatten ziemlich robuste Cannondale - Räder. Leider ohne Gepäckträger, sodass wir immer mit Rucksack fahren mussten.

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Eine der Pausen machten wir wieder in einem Imbiss in einem kleinen Dorf. Da sind auch die Plastikstühle klein. Aus Platzgründen, oder weil die meisten Vietnamesen etwas kleiner sind als wir? Die Kinderstühle haben wir oft vorgefunden.

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Die Stühle sind nur für halbwegs schlanke Leute geeignet.

Nach knapp 50 km war dann Schluss mit dem Radfahren in Vietnam. Alle persönlichen Sachen wurden von den Rädern abgebaut und wir haben unsere Rad - Guides verabschiedet, die sich bestens um uns und die Fahrräder gekümmert haben.
Auf dem Weg zum Hotel haben wir noch einen Abstecher zu einem der Killing Fields auf vietnamesischen Boden gemacht. Zuerst zur Gedenkstätte mit grausigen Fotos, dann zum Mahnmal, in dem die Gebeine der vielen Ermordeten in großen Glaskästen aufbewahrt sind. Ich konnte da nicht hineingehen. Das Foto stammt von Quang.

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Von Can Tho nach Long Xuyen

Nov. 082019

Der heutige Tag begann für mich nicht so ganz optimal. Das Klingeln des Weckers - eigentlich ist es ja eins meiner Lieblingslieder - hat mich arg getroffen. Es war 5:45 Uhr und ich war noch nicht so weit. Als ich kurz darauf ins Bad stolperte, hätte ich mich fast hingelegt. Der ganz glatt polierte Marmorfußboden war mit einer etwa 5 mm hohen Wasserschicht überzogen. Das Wasser tropfte munter von der Decke herunter. Als ich kurz darauf die Rezeption anrief, um den Schaden zu melden, wurde am anderen Ende der Leitung gefragt: "Ist das Wasser warm oder kalt?" Ich hab's nicht verstanden. Es kam dann ein Zimmermädchen, die aber mit der Situation etwas überfordert war. Sie telefonierte kurz und hat wohl meine Fehlerbeschreibung bestätigt. Wir hatten inzwischen das ganze Bad mit Handtüchern ausgelegt, um nicht auszurutschen.

Die erste Aktion des Tages war der Besuch des Floating Market von Can Tho. Das ist ein schwimmender Großmarkt für Obst und Gemüse. Offensichtlich ist an Land kein Platz dafür. Kleine Boote fahren zu großen Booten und kaufen einen Teil der Ladung von denen, die dann auf dem Markt an der Straße weiter verkauft wird.

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Wir sind mit unserem Touri - Boot einmal um den Markt herum gefahren. 

Die meisten Leute hier sind sehr arm. Die kleinen und schmalen Behausungen an den Straßen sind gleichzeitig Werkstatt, bzw. Manufaktur, Verkaufsraum und auch Wohnung für die ganze Familie.

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In der Garküche, in der wir heute gegessen haben, war der hintere Teil durch eine Balustrade abgetrennt, hinter der ein Bett stand  (mit einer alten Frau darauf ). Die Gaststätte war aber etwas größer als üblich.
Und immer fegt jemand. Dumm nur, dass das Zusammgefegte vor der Tür liegen bleibt. Gelinde gesagt, es sieht etwas unaufgeräumt und schmuddelig an den Straßen aus.
Aber dafür waren in einigen Dörfern Lautsprecher an den Straßen installiert, mit denen die Bewohner und wir mit wichtigen Informationen beschallt wurden. Am Wochenende tagt das Parlament in Hanoi und außerdem ist irgend ein 90ster Jahrestag. Wir haben zwar nicht verstanden, was da gesagt wurde, aber es  war in einigen Orten übermäßig viel geflaggt. Ich nehme an, es ging darum. 

Ich muss erst einmal unterbrechen, da das W-LAN hier sehr schwach ist. Der einzige Ort, wo es halbwegs funktioniert ist das Klo. Wird auf die Dauer etwas unbequem. Außerdem habe ich den Wecker gerade auf 5:00 Uhr gestellt, weil wir morgen zeitig los müssen.

Weiter:
Die Vegetation hier ist eigentlich mit der in Costa Rica zu vergleichen. Was wir bisher überhaupt nicht gesehen haben, sind irgendwelche lustigen Tiere, die auf den Bäumen wohnen. Auch tropische Vögel waren nicht zu sehen. Heute haben wir aber eine kleine, dünne Giftschlange gefunden. Die war dummerweise genau so grün wie die Blätter auf denen sie saß. Weil sie auf dem Foto so gut wie nicht erkennbar ist, habe ich das weggelassen.

Die letzten 10 km der heutigen Etappe waren fakultativ. Es waren aber nur 2 Mitfahrer (innen), die es sich im Bus bequem gemacht haben.Von dem Rest der Truppe hat die Hälfte die Gelegenheit genutzt, sich mal ordentlich auszupowern. Die Straße war recht gut, wenig befahren und bis auf die 7 Brücken (die sind hier immer im Bogen über die Flüsse gespannt) ganz flach.

Das Abendessen gab es später auf der Dachterrasse unseres heutigen Hotels mit Blick auf die Stadt. Es war gut und vor allem das preiswerteste bisher. Nur die fliegenden Insekten haben mich genervt.

Von Cai Be nach Can Tho

Nov. 072019

Bevor es heute richtig los ging, war erst einmal Arbeit angesagt. Wir sind in das Gewerbe der Puffreis - Produktion eingestiegen. In einer großen Schale wird Sand, gemischt mit Kokosöl erhitzt. Dann wird eine Handvoll Reiskörner dazugeben, die sich nach kurzer Zeit aufblähen und lustig durch die Gegend springen. Fabiola müsste kräftig umrühren. Nachdem alle Körner aufgegangen sind, wurden sie in ein feines Sieb geschaufelt, wo der Reis vom Sand getrennt wird. In einem gröberen Sieb werden danach die Spelzen ausgesiebt.

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Die heutige Etappe teilte sich in 2 Abschnitte. Zuerst umrundeten wir eine Insel zwischen verschiedenen Mekong - Armen. Das hat mich ein bisschen an die Geschichten vom Schlaraffenland erinnert. Alle möglichen Früchte hingen in Griffnähe an den Bäumen rechts und links der sehr schmalen Wege. Nur gebratene Hühnchen flogen nicht herum. Und die Wege waren nicht so gut.

Nach der Inselrundfahrt sind wir mit einer Fähre zurück aufs Festland gefahren. Da hier viele Menschen mit Mopeds, Autos und Fahrrädern hin und her geschifft werden, ging das alles ganz flott. Noch bevor die Fähre richtig angelegt hatte, fuhren die ersten schon herunter und gleichzeitig welche hinauf. Es gibt keine Schranken oder Absperrungen.

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Am anderen Ufer angekommen, sind wir erstmal über den dortigen Markt gegangen. Maren brauchte ein paar neue Schuhe, weil sich bei den alten die Sohlen abgelöst hatten. Sie hat auch welche bekommen. Direkt an der Straße wurde hauptsächlich Obst und Gemüse verkauft. Etwas Abseits konnte man aber auch lebende Schlangen, sowie verschiedene Geflügel kaufen. Denen waren die Beine und Flügel zusammen gebunden, damit sie nicht weg konnten. Einige der Tiere sahen sehr schlecht aus, mehr tot als lebendig.

Jetzt lagen nur noch 10 km bis zum Ziel des heutigen Tages vor uns. CanTho ist die größte Stadt in der Region des Mekong-Deltas und die viertgrösste Stadt Vietnams. Sie hat 1.238.300 Einwohner. Dementsprechend war der Verkehr, als wir nachmittags dort "einritten". Kirsten hätte sich auch eine Hupe für ihr Fahrrad gewünscht. Damit sie ein bisschen mitmischen kann. In Ermangelung dessen hat sie die Hupen - Geräusche selbst gemacht. Wir haben uns relativ schnell an das vietnamesische Fahrverhalten angepasst. Hier muss man zum Verkehsrowdy werden, wenn man voran kommen will. Es ist alles gut gegangen. Überhaupt, wir haben bisher nur einen Verkehrsunfall gesehen.

Abendessen waren wir in einem Restaurant direkt am Ufer des Mekong.

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Am anderen Ufer waren riesige Monitore, die Werbung gezeigt haben, aufgestellt. Die Vietnamesen mögen es offenbar so bunt. Auf dem Fluss fuhren große, sehr bunt beleuchtete Schiffe herum. Und auch in der Stadt sahen einige Häuser am Abend so aus.
Das Restaurant war etwas höherpreisig, für uns aber recht günstig. In einer "normalen" Gaststätte kostet ein Essen zwischen etwa 80000 und 150000 Dong. Das sind rund 3,50€ bis 6,00€. Das Bier (0,33l) bekommt man für 1€ bis 1,50€, auf dem Markt für 0,50€. Es ist recht mild.
Schwierigkeiten hatte ich anfangs mit den vielen Nullen auf den Geldscheinen. Da habe ich mich schon Mal verzählt.

Von Ben Tre nach Cai Be

Nov. 062019

Wie bisher immer, und wohl auch den gesamten Urlaub über, klingelte der Wecker schon vor 6:00 Uhr. Da die Trennwände zwischen unseren Zimmern oben offen waren, brauchten wir unseren nicht einschalten, da irgend ein Wecker in allen Zimmern zu hören war. Nach dem Frühstück haben wir unser Gepäck auf einem Dschungel-Pfad zum Bus getragen (und kamen uns vor wie die Vietcong vor 50 Jahren), der uns zu den Rädern am Startpunkt der heutigen Etappe gebracht hat.

Eigentlich ist die Regenzeit hier vorbei, aber das Wetter hat sich nicht daran gehalten. Nach wenigen Kilometern überraschte uns der erste Regenschauer. Wir stellten uns unter ein paar Bäume, während Quang ins nächste Haus ging und mit den Bewohnern redete. Kurz darauf saßen wir alle auf der überdachten Terrasse und bekamen Tee serviert.
Nach dem Regen gab es einige Stürze, die aber alle glimpflich verliefen. Auf dem Beton - Untergrund hatte sich eine ganz dünne Schicht Moos  ( oder Algen? ) gebildet, die bei Nässe so glatt war, dass man keine Chance hatte, das Rad zu halten. Dumm war, dass das gar nicht der richtige Weg war und wir eh zurück mussten.
Der nächste, kräftigere Regenguss ging während unserer Kaffee -  Pause in einer Garküche nieder.

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Wir saßen zu der Zeit schon im Trockenen. Ein paar Kilometer weiter, kehrten wir dann zum Mittagessen ein. Auf dem Platz vor dem Imbiss wurde gerade das Essen vorbereitet. Es gab gegrillte Ratten.

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Wir haben dann aber etwas anderes gegessen. Dort im Garten hat Kirsten einen Spiegel entdeckt, mit dem sie fotografisch etwas experiment hat.

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Wir sind dann weiter zur Anlegestelle des Bootes gefahren, welches uns zu unserem heutigen Hotel gebracht hat. Die Mekong - Lodge liegt direkt am Fluss und ist sehr komfortabel.

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 Bemerkenswert ist die hölzerne Badewanne.

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Von Ho Chi Minh Stadt nach Ben Tre

Nov. 052019

Nach dem recht zeitigen Aufstehen (6:00 Uhr) und dem Frühstück sind wir in den Bus gestiegen, der uns zu unseren Fahrrädern und dem Startpunkt der ersten Etappe gebracht hat. Kurze Zeit später waren alle Räder eingestellt und es ging los. Kreuz und quer durch kleine Dörfer im Mekong-Delta, wo hauptsächlich die Drachenfrucht angebaut wird. Der Weg ist das Ziel.

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Damit die Drachenfrucht optimal gedeiht, benötigt sie etwa 20 Stunden am Tag Licht. Da die Sonne hier aber nur etwa halb so lange scheint, sind zwischen den Pflanzen Lichterketten angebracht, die für die nächtliche Beleuchtung sorgen (ist auf dem Foto nicht zu erkennen).

Auf der ersten Etappe gab es auch gleich das erste Problem. Zwei unserer Mitfahrer waren auf einmal nicht mehr da. Unser vietnamesischer Guide - Quang - fuhr eigentlich voraus, hielt aber irgendwann an, um Fotos von uns zu machen. Die beiden fuhren geradeaus weiter, während wir, kurz danach kommend, abbogen. Und keiner hat bemerkt, das wir nicht mehr vollzählig waren. Aber, Dank GPS und moderner Kommunikationstechnik (Handy) haben wir wieder zueinander gefunden.

Unterwegs trafen wir Bauern, die gerade ihre Ernte von Drachenfrüchten verladen wollten. Quang erzählte uns derweil einiges über diese Früchte, woraufhin wir eine ganze Menge davon geschenkt bekamen. Eine willkommene Erfrischung.

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Zu Mittag haben wir in einer der Garküchen, die es hier überall entlang den Straßen gibt, gegessen. Das ist etwas ungewohnt für uns. Auf der Straße sucht man sich aus den diversen Schüsseln sein Wunschgericht zusammen, dazu kommt dann noch Reis und irgendeine Souce. Dann wird man in den "Gastraum" geführt, wo an kleinen Tischen, auf Plastikhockern sitzend, gegessen wird. Auf engstem Raum wird hier alles erledigt. In einer Ecke sitzen Frauen auf der Erde und bereiten das Gemüse zu, daneben wird gekocht und das Geschirr abgewaschen. Ein Getränke-Verkaufsstand ist auch vorhanden. Und dazwischen wir.

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Das Essen hat geschmeckt.

Am Nachmittag sind wir mit verschiedenen original vietnamesischen Verkehrsmitteln chauffiert worden. Zuerst mit Motorrädern, auf deren hinterem Teil eine offene Ladenfläche mit 2 Sitzbänken für insgesamt 6 Personen montiert ist, zu einem Nebenarm des Mekong. Dort sind wir in kleine Boote umgestiegen, die von jungen Burschen mit einem Ruder am Heck angetrieben wurden. Erstaunlich flott. Nach ca. 2 km kamen wir wieder an Land und sind mit den Motorrädern zu einer kleinen Manufaktur gefahren, in der Bastmatten und ähnliche Sachen hergestellt werden.
Danach sind wir mit einem etwas größerem Boot zu einem kleinen Familienbetrieb gefahren, wo Kokosnüsse verarbeitet werden. Alles per Hand, ohne maschinelle Unterstützung. Etliche Leute haben da den ganzen Tag Kokosnüsse zerhackt.

Übernachtet haben wir in einem HomeStay bei einer vietnamesischen Familie. Das war eine größere Baracke, unterteilt in 10 Boxen (Zimmer), von denen sich immer 2 Klo und Dusche teilen müssten. Die Unterkunft war sehr spartanisch. Dafür war das Abendessen gut.

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Zähneputzen im Dschungel.

Cu Chi und Ho Chi Minh Stadt

Nov. 042019

Unser erster Ausflug des Tages führte uns nach Cu Chi etwa 45km nördlich vom Zentrum der Stadt. Dort wurde ein Tunnelsystem angelegt, in dem sich vietnamesische Partisanen im Vietnamkrieg von 1960 bis 1975 versteckt hielten. Die ersten Tunnel wurden 1948 angelegt. Während des Vietnamkrieges wurde das System von den Vietcong auf bis zu 200 km in 3 Etagen erweitert. Unter der Erde waren ganze Städte entstanden mit Schulen, Lazaretten, Büros und Schlafgelegenheiten. Den Amerikanern ist es nicht gelungen, die Tunnel zu zerstören, trotz massiver Bombardierung, Flutung, das Einleiten von Giftgas oder dem Einsatz von "Tunnelratten" - thailändischen Söldnern (weil die dickeren Amis da nicht reinpassen).

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Das Foto stammt von Wikipedia und zeigt einen der Einstiege in die Tunnel.
Heute wird Cu Chi als Tourismus-Event vermarktet mit dem makaberen Höhepunkt, mit original amerikanischen Waffen in der Gegend herum zu schießen. Etwa 4$ der Schuss. Und es wurde ganz schön geballert. Aber nicht von uns.

Am Nachmittag sind wir losgezogen, um die Stadt noch ein wenig zu erkunden. Zu Fuß. Ein abenteuerliches Unterfangen. Die Fußwege sind entweder nicht vorhanden, oder von Mopeds und mobilen Händlern und Dienstleistern mit deren Equipment zugestellt. Das skurrilste war ein Friseur, der einem Mann auf der Straße die Glatze rasiert hat. Außerdem sind die meisten Wege in sehr schlechtem Zustand.

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Im Großraum Saigon leben etwa 15 Millionen Menschen. Es soll rund 2 Millionen Autos und 10 Millionen Mopeds geben. Und die fahren kreuz und quer durcheinander. Fußgängerüberwege werden komplett ignoriert, Ampeln oftmals auch. Uns wurde gesagt, wir sollen einfach losgehen und nicht stehenbleiben. Sonst hat man verloren. Ist gewöhnungsbedürftig, funktioniert aber.

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Abends waren wir in einem nahegelegenem Restaurant essen, wo es eine spezielle Art des Servierens gab. Bestellte man "flying Rice", wurde zuerst das Tongefäß, in dem er gebacken wurde, auf dem Fußboden (im Gastraum) zerschlagen. Eine Serviererin nahm den heißen Reisfladen auf und warf ihn durch den Raum. Etwa 5 m entfernt wurde er von einer zweiten Person mit einem Teller aufgefangen, noch 2 mal in die Luft geschleudert, damit dir Krümel abfallen, und dann serviert.

Morgen früh werden wir unsere Fahrräder in Empfang nehmen und zu unserer ersten kleinen Tour starten.

Anreise

Nov. 022019

Alles lief wie geplant. Keine Probleme auf der Fahrt zum Berliner Hauptbahnhof. Der ICE nach Frankfurt fuhr pünktlich ab und kam nur ganz wenige Minuten verspätet an. Am Frankfurter Flughafen gab es einige organisatorische Problemchen mit dem Anstellen an der richtigen Schlange, ansonsten war alles recht entspannt und ruhig.
Auch der Flug war okay. Essen war gut und auch die Unterhaltung war vielseitiger, als ich es bisher erlebt habe. Bei den 311 Musikalben waren einige für mich dabei. Ich habe es nicht geschafft, die ausgesuchten alle zu hören.
Pünktlich 7:15 sind wir in Ho Chi Minh Stadt gelandet und waren schon vor 9 Uhr im Hotel. Allerdings konnten wir noch nicht einziehen, weil die Zimmer noch nicht fertig waren. So sind wir müde und verschwitzt zuerst in den Präsidentenpalast ( der heute Wiedervereinigungspalast heißt und ein Museum ist) und danach ins Kriegsmuseum gegangen. Das war ganz schön bedrückend für mich.

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Die Älteren unter uns erinnern sich vielleicht noch an diese Bilder. Ich bin ja froh, dass von unseren Spenden damals nicht nur Panzer, sondern auch Blutkonserven und Lebensmittel nach Vietnam geschickt wurden.

Die Stadt macht erstmal einen etwas zwiespältigen Eindruck auf mich. Einerseits ziemlich europäisch, manches aber auch recht chaotisch und nicht so ganz fertig.

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So wie dieser Verteiler-Mast. Da klatscht doch das Elektriker-Herz in die Hände.

Morgen gibt es mehr aus und über die Stadt, in der Hoffnung dass das W-LAN nicht wieder so zickig ist

Die Reisevorbereitungen sind angelaufen...

Okt. 132019

...und die Vorfreude steigt.
Inzwischen sind unsere Unterlagen und Tickets vom Veranstalter eingetroffen. Die Gruppe ist diesmal etwas kleiner als bei den letzten Touren: 8 Frauen und 4 Männer.
Am 2. November geht es dann los. In Frankfurt startet unser Flugzeug nach Saigon. Eigentlich heißt die Stadt seit 1976 Ho-Chi-Minh-Stadt, aber nach wie vor wird auch der alte Name parallel verwendet.

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Wir werden aber nur etwa 375 km der Strecke mit dem Rad fahren, den Rest mit unserem Bus oder einem Boot.

Radtouren 2019

Feb. 242019

Auch in diesem Jahr werden wir wieder mit unseren Rädern unterwegs sein.
Für den Sommer ist eine Revier - Rundtour durch das Ruhrgebiet geplant.

Im Herbst geht es dann weiter weg.
Im November unternehmen wir eine Fahrradtour "Mekong intensiv" von Vietnam nach Kambodscha.
Die Reise führt von Saigon aus durch das Mekong-Delta, dann nach Kambodscha über Phnom Penh bis nach Angkor Wat.

Wie immer werden wir darüber berichten, wenn es soweit ist.

Alpine Radtouren um Seefeld

Juli 242018

Nach dem schönen Wetter in der Vorwoche waren die ersten Tage hier in Seefeld verregnet und kühl. So dass wir die Annehmlichlkeiten des Hotels ausgiebig nutzen konnten. Wir hatten uns in der Touristinformation schon einmal eine Radkarte für die Gegend besorgt und uns potenzielle Ziele herausgesucht.
Gestern Mittag war dann der Regen abgezogen - wir haben die Drahtesel gesattelt und uns (etwas blauäugig) auf den Weg in das Leutasch-Tal gemacht.
Unser Hotel liegt 1280m über dem Meeresspiegel - es ging erst einmal nach unten. Die ersten km sehr steil auf einem Schotterweg, der mit unseren schmalen Reifen kaum zu befahren war. 
Wir haben sehr schnell gelernt, warum hier nur mit Mountainbikes - und die mit Motor - gefahren wird. Es gibt nur wenig asphaltierte Straßen. Die ausgewiesenen Radstrecken sind ausnahmslos Schotterwege, die teilweise recht anspruchsvoll sind. Außerdem kann man hinfahren, wo man will, es steht immer ein Berg im Wege.
Wir kamen dann auf eine richtige Straße, auf der wir nach Leutasch fuhren. Anfangs wieder bergauf, dann gute 4 km bergab, durch schöne Serpentinen. Unten angekommen, war uns klar, was auf dem Rückweg auf uns zu kommt. In einer kleinen Touristinformation haben wir uns nach einer Alternative für den Rückweg erkundigt - es gab aber keine. Außer einer schwarzen Mountainbike - Strecke (s.o.).
Wir sind dann erst einmal weiter zum Weidachsee gefahren. Hier werden Forellen eingesetzt, die dann gegen Entgelt wieder herausgeholt werden können. Das scheint sehr beliebt zu sein. 

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Vor der Rückfahrt sind wir zur mentalen Einstimmung noch in ein Gartenrestaurant eines der Hotels an der Strecke eingekehrt.
Dann ging es bergauf. Eigentlich besser als erwartet. Langsam, aber ohne größere Probleme.

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Der letzte (kurze) Anstieg zu unserem Hotel hatte es noch einmal in sich, aber da warteten ja schon Sauna, Schwimmbad und eine kleine Whirlpool-Ecke auf uns.
Und am Abend der Blick von der Dachterrasse des Hotels.

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In 210 Tagen beginnt hier in Seefeld die Nordische Skiweltmeisterschaft. Aus diesem Grund gibt es in der Stadt und der Umgebung diverse Bauarbeiten. Die Sprungschanzen warten schon auf den Schnee und die Springer.

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An den Langlauf- / Biathlon Strecken und dem Abfahrtshang wurde gerade gebaut.

Wir hatten noch nicht genug vom Radfahren in den Bergen, sind deshalb heute zu einem Bergsee  nach Mösern gefahren. Es stand wieder ein Berg im Wege, aber nicht so hoch wie gestern. Bevor wir die letzten Kilometer zum See gefahren sind konnten wir noch einmal auf die Radstrecke der vergangenen Woche blicken. Man sieht auf die Entfernung aber nur den Inn und die Autobahn daneben.

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Auf dem Weg zum See war noch ein steiler Anstieg eingebaut und die letzten Meter mussten wir laufen, weil die Waldwege zu eng und wurzelig waren.

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Direkt am See gab es ein nettes Gartenlokal im Wald wo wir uns auf die Rückfahrt vorbereiten konnten. Auf der Kirsten einen neuen persönlichen Geschwindigkeitsrekord aufgestellt hat. Als sie die 48,5 km/h auf dem Tacho gesehen hat, hat sie sich erschrocken und dann lieber gebremst.

Radreise Innsbruck - Bozen * Fazit

Juli 232018

Nachdem wir am Ziel in Bozen angekommen sind, möchte ich noch einmal auf die Tour der vergangenen 6 Tage zurückblicken:
Insgesamt sind wir etwas mehr als 300 km auf gut - bis sehr gut - ausgebauten Radwegen gefahren.

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Die Karte zeigt die Tour. bis zum Gardasee. Wir sind nur bis Auer und dann zurück nach Bozen gefahren.

Die Radreise war in der Beschreibung mit 2 Fahrrädern  gekennzeichnet, was einem einfachen, bis mittleren Schwierigkeitsgrad entspricht. Es waren einige (auch längere) Anstiege zu bewältigen, insgesamt fuhren wir aber mehr bergab. Für den schwierigsten Teil der Strecke, den Aufstieg zum Reschenpass, wurden wir in einen Shuttlebus umgeladen. Im Nachhinein habe ich festgestellt, dass wir die Auffahrt auch mit dem Rad hätten bewältigen können. Das waren zwar ein paar Kilometer, die Steigung ist aber nicht so doll. Die letzten 150 Höhenmeter bis zum Pass sind wir dann ja wieder selbst gefahren.
Vom Reiseveranstalter war das aber so nicht vorgesehen, die Etappe wäre sonst viel zu lang geworden.

Obwohl in Österreich und auch in Italien keine Helmpflicht besteht, sind fast alle Radfahrer, die wir getroffen haben, mit Helm gefahren. Wir diesmal auch. Bei der Hitze war das allerdings etwas störend.
Der Fahrrad - Verkehr auf der Strecke war teilweise ziemlich stark, wobei weit mehr als die Hälfte (ich schätze 2/3) der Fahrer mit E-Bike bzw. Pedelec unterwegs waren. In allen Varianten - Treckingräder, Mountainbikes und sogar Rennräder mit Motor haben wir gesehen.

Das Wetter hat gut mitgespielt, die Regenjacken mussten wir nur einmal kurz anziehen. Auch mit den Rädern gab es keine Probleme. Sie müssen demnächst nur ordentlich geputzt werden.

Die, vom Reiseveranstalter ausgesuchten Hotels waren sehr gut. Manchmal kam man sich in den teuren Hotels mit den Radklamotten etwas unpassend vor (wir mussten so frühstücken, weil wir unser Gepäck für den Weitertransport schon abgegeben hatten), aber die Radfahrer waren eigentlich immer in der Überzahl. Wir hatten Halbpension gebucht und haben sehr gut und ausgiebig gegessen.
Es gab 2 kleine organisatorische Problemchen, aber insgesamt hat alles gut geklappt.

Von Auer nach Bozen

Juli 212018

Die Strecke nach Bozen war mit 22 km relativ kurz. Damit wir nicht zu früh ankommen, haben wir gemütlich gefrühstückt und uns dann als Letzte langsam auf den Weg gemacht. Der Radweg führte direkt an der Etsch entlang und war gut zu befahren.

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Kurz hinter dieser Brücke mündet der Fluss Eisack in die Etsch und wir fuhren zwischen den beiden Flüssen, die über mehrere km mit geringem Abstand (teilweise weniger als 100 m) parallel fließen.
Die "Einfahrt" in Bozen war ganz anders, als wir es von den meisten größeren Städten, wo es erstmal durch Industrie- und Gewerbegebiete geht, kennen.
Wir fuhren durch Parkanlagen mit Spielplätzen und Cafés am Ufer der Eisack in die Stadt ein. Hier wurde an beiden Ufern ein breiter Streifen nicht bebaut. Stattdessen gibt es dort eine Promenade mit Fuß- und Radwegen, Spielwiesen und viel Grün.
Da fragt man sich, warum soetwas bei uns nicht möglich ist.

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Unsere Räder fanden es gut.
Das Hotelzimmer war schon bereit für uns, aber unser Gepäck war noch nicht eingetroffen. Die Badesachen hatten wir dabei, sodass wir erstmal den Pool heimgesucht haben.
Nachmittags war dann ein Stadtbummel angesagt. Kirsten hat es hier noch besser gefallen als in Meran.

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Auf dem Waltherplatz steht ein Denkmal eines der größten Popstars des Mittelalters - Walther von der Vogelweide. Es ist aus Laaser Marmor hergestellt und wurde 1889 aufgestellt. Deshalb ist der Marmor nicht mehr ganz so weiß. Die Bozener waren (sind?) der Meinung, dass Walther um 1170 in der Gegend geboren wurde, was aber umstritten ist.
Wenn man schon einmal hier ist, muss man natürlich auch den ältesten Südtiroler besuchen: Ötzi.
Beim ersten Versuch, war uns die Schlange vor dem Museum zu lang. So haben wir erstmal ein Straßencafé besucht und Leute beobachtet. Nach einer Weile war die Wartezeit wesentlich kürzer.
Die Mumie wird ganz schön vermarktet und kommerziell ausgeschlachtet. Trotzdem war die Ausstellung über den Fund, die wissenschaftlichen Untersuchungen und Ötzis Lebens- und Todesumstände sehr interessant.

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Ihn selbst durfte man nicht fotografieren. Er lag in einer speziellen, hoch gesicherten, Kühlkammer hinter einer dicken Glasscheibe. Aber seine Rekonstruktion ist ein beliebtes Fotomotiv.

Das Bier schmeckt in Südtirol ganz gut. Und richtig gutes Bier wird in Bozen gebraut.

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Am kommenden Tag sollten wir und die Fahrräder mit einem Shuttlebus zurück nach Innsbruck gebracht werden, wo unser Auto auf uns wartete. Bei der Einführung zur Reise am vergangenen Samstag wurde gesagt, dass der Bus gegen 9 Uhr am Hotel ist. Wir hatten uns darauf eingestellt, sind entsprechend zeitig aufgestanden, damit wir noch ordentlich frühstücken können. Wir waren gerade beim Packen, als kurz nach 8 das Telefon klingelte und uns mitgeteilt wurde, dass der Bus auf uns wartet.
Dann wurde es etwas hektisch. Frühstück gab's auch keins. Und nun fehlt Kirstens Brillenetui.
Aber, wir sind gut (im Regen) in Innsbruck angekommen. Das Auto war auch noch da, so dass wir nach Seefeld in unser Domizil für die nächsten Tage fahren und zwischendurch auch noch verspätet frühstücken konnten.

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D. Blisse 2020