Blisse-Müller-News

Kirsten und Detlef unterwegs

Tour 3 - Stahlküche - der Wandel

Aug. 222020

Der Startpunkt der heutigen Runde ist der Gasometer von Oberhausen, der aber wegen Restaurierungsarbeiten in diesem Jahr geschlossen ist, so dass wir nicht hinaufklettern konnten. Wir packten unsere Räder auf's Auto und fuhren dorthin, da die Stadt mit mehreren Tausend Parkplätzen am nahe gelegenen CentrO (der größten Shopping Mall Europas) warb. Und hatten unser erstes Problem des Tages:
Die Parkplätze waren ausschließlich in (auf) Parkhäusern, in die wir mit den Rädern auf dem Autodach nicht hinein fahren konnten. Wir haben auch keine Möglichkeit gefunden, irgendwo lange genug zu halten um sie vorher abzubauen. So ging die Suche weiter, bis wir etwas abseits einen Platz für das Auto gefunden haben.
Und schon hatten wir unser nächstes Problem: Wir mussten den Einstieg in unsere Route finden. Wir waren mehrmals kurz davor, dann war da aber eine Baustelle oder Straßensperrung wir kamen woanders an, als gedacht. Wir haben uns vielleicht auch ein bisschen doof angestellt. Nach zwei Versuchen haben wir uns entschlossen, am Rhein-Herne-Kanal entlang bis nach Duisburg zu fahren und somit einen Teil der vorgegebenen Tour zu umfahren. Allerdings gab es auch hier eine Sperrung des Radweges mit zwei Umleitungsstrecken. Wir wussen nicht dass wir die nach Dinslaken hätten nehmen sollen (wir wollten ja nur zum Hafen von Duisburg - übrigens, dem größten Binnenhafen der Welt). Und schon hatten wir 2 Kilometer mehr auf dem Tacho - der Weg ist das Ziel.


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Neben Kohle (jetzt wohl nicht mehr - die Förderbänder sind schon etwas rostig), Stahl, Öl und anderen Gütern warten hier auch sehr viele gebrauchte Autos auf ihre weitere Verwendung in Osteuropa oder Afrika.

Interessante Anmerkung am Rande: Durch Flussbettregulierung, Deichbau und die Schifffahrt wird der Rhein jedes Jahr ca. 4cm tiefer, was dazu führt, dass in dessen Umfeld der Wasserspiegel sinkt. Als der Duisburger Hafen zu verlanden drohte, wurde der einfach um etwa 2m abgesenkt. Bis Ende der 60er Jahre wurde unter den Hafenanlagen systematisch Kohle abgebaut (12 Millionen Tonnen). Danach wurden sämtliche Hafeneinrichtungen, samt Deichen, Kais, Hafenbecken, Lagergebäuden, Schienen und Krananlagen mit Hilfe gezielter Bergsenkungen auf eine niedrige Position gebracht. Die Großanlagen überlebten das Verfahren unbeschadet, bei den Schienen gab es einige Probleme.

Wir fuhren bis zur Mündung des Kanals in den Rhein und dann einige Kilometer bei sehr starkem Wind auf dem Deich entlang des Flusses, auf dem reger Schiffsverkehr herrschte. Und an beiden Ufern - riesige Industrieanlagen, welche noch in Betrieb sind.

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Das, was wir von Duisburg gesehen haben, hat nicht unbedingt dazu beigetragen dass das die Stadt unserer Träume wird. Die Einwohner mögen mir das nachtragen.

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Bei Thyssen-Krupp war es nicht nur laut, auch die Luft war nicht ganz so frisch. Es roch nach Arbeit und man hatte das Gefühl, dass über allem ein rostbrauner Dunstschleier hing.

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Nachdem wir den Rhein verlassen haben, fuhren wir auf der HOAG-Trasse, vorbei an der Zeche Sterkrade, zurück nach Oberhausen. Diese ehemalige Bahntrasse war eine zentrale Güterverbindung zwischen dem Hafen in Walsum und den Zechen und Stahlwerken im westlichen Ruhrgebiet.
Da wir den Grünen Pfad (ebenfalls eine alte Bahntrasse der Emschertalbahn) zum Landschaftspark Duisburg-Nord am Anfang der Runde umfahren und auch noch genügend körperliche Reserven hatten, haben wir noch einen Abstecher dorthin gemacht (mussen dann aber auf dem gleichen Weg wieder zurück). Das ehemalige Hochofenwerk wurde 1985 stillgelegt und in den 90er Jahren zu einer Freizeiteinrichtung ausgebaut. Heute finden dort (normalerweise) Konzerte, Festivals und Street Food Märkte statt, man kann dort Klettern, Tauchen oder oder sich einfach nur die beeindruckende Industriekulisse ansehen. Wegen Corona gab es aber nicht einmal gezapftes Bier dort.

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Zurück in Oberhausen fuhren wir dann am ersten geöffneten Biergarten des Tages - nach fast 60km - vorbei. Da aber unser Auto ganz in der Nähe auf uns wartete, haben wir den ausgelassen. Den Weg zum Auto haben wir diesmal ohne Umwege gefunden. 

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