Die Anreise nach Ostfriesland hat ein bisschen länger gedauert, als geplant. Viel Verkehr, nervige Baustellen, Straßensperrungen nach Unfällen haben dafür gesorgt, dass wir rund 50 Kilometer mehr fahren mussten und eineinhalb Stunden später hier ankamen. Als unser Navi meinte, dass wir unser Ziel erreicht haben, war unser Hotel aber nicht zu sehen. Nach ein paar Ehrenrunden habe ich das Auto abgestellt, um zu Fuß weiter zu suchen. Ich habs dann auch gefunden - man wollte uns nur ein bisschen verwirren.
Das Haus liegt inmitten einer Fußgängerzone, wo es nur wenige enge Straßen gibt, die man mit dem Auto befahren kann. Unser Hotel heißt "Fides Boutique Hotel". Auf der Straße vor dem Haus stand "Amber". Das ist das Restaurant des Hotels. In der Parallelstraße auf der Rückseite steht ein Schild mit der Aufschrift "Romantik Hotel Reichshof" (so hieß es früher einmal). Im Durchgang zwischen den beiden Straßen, der nur zu Fuß hzu erreichen ist, war dann der richtige Name zu finden. Offensichtlich hat erst kürzlich der Besitzer gewechselt. Ich habe den Eindruck, dass auch im Hotel die Organisation noch nicht so ganz rund läuft. Aber alle sind hier sehr nett und zuvorkommend zu uns.
Nach dem Abendessen haben wir noch einen kleinen Spaziergang unternommen, um uns die Gegend anzusehen. Ganz in der Nähe stehen zwei der drei restaurierten Windmühlen der Stadt aus dem 19. Jahrhundert.

Das ist die Frisiamühle.
Die heißt genau so, wie die Fähre, mit der wir nach Norderney übergesetzt sind. Weil heute vielleicht der einzige Tag unserer Reise mit richtig schönem Wetter war, haben wir die für Dienstag geplante Norderney-Tour vorgezogen.
Vorweg muß ich noch erwähnen, dass Deutschlands Küstenregionen nicht zu meinen bevorzugten Reisezielen gehört. Aber ich representiere eben nur 50% unserer Reisegruppe... Eine euphorische Berichterstattung ist nicht unbedingt zu erwarten.
Auf dem Weg zur Halbinsel Nordstrand, dem zentralen Abfahrthafen für die Fährschiffe, wurden wir im Zick-Zack durch Norden geschickt. Der Veranstalter wollte ins offenbar die Stadt näher bringen. Andererseits ist die Insel Norderney nicht so groß und wir sollten vielleicht noch ein paar zusätzliche Kilometer fahren.
Die Insel selbst fand ich nicht sonderlich aufregend. Außer etlichen grasbewachsenen Sandhügeln, einem alten Leuchtturm und ringsrum Wasser, das aber gerade nicht da, bzw. weiter weg war, ist da nichts. Die meisten Radwege sind schon etwas betagt, und für die Anzahl der Radfahrer, die stündlich aus den Fähren 'ausgeschüttet' werden, viel zu schmal.
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Dieser hier (rechts) ist einer der breiteren Wege.
Schön wars am Nordstrand der Insel. Ganz weißer, feiner Sand. Aber trotz 27°C Luft- und 19° Wassertemperatur, war hier recht wenig Betrieb. War der Weg bis zum Wasser zu weit? Dafür war das Strandrestaurant voll, trotz heftiger Preise.

Wir hatten unser Picknick selbst dabei.
Ein Fazit der ersten Etappe: Mein Körper ist nun wieder zweifarbig eingefärbt. Gesicht, Arme und Beine sind rot, die bedeckten Körperteile weiß.

Der Leuchtturm von Norderney sollte Euch nicht vorenthalten werden.

