Ostfrieslands Otto-Leuchtturm

Die heutige Tour trägt den Titel "Auf zu den Türmen". Irgendwie hatte ich da etwas anderes erwartet. Dem ersten Turm des Tages begegneten wir nach rund 20 Kilometern in Eilsum. Das war der 36 m hohe Kirchturm des Ortes.
Bei Kilometer 35 trafen wir dann auf das Highlight der heutigen Etappe. Den Pilsumer Leuchtturm. 

Der Leuchtturm, ist eines der bekanntesten Wahrzeichen in ganz Ostfriesland. Durch seine knalligen Farben und durch die "Otto"-Filme hat das Krummhörner Leitfeuer einen wahren Kultstatus erreicht. Otto Walkes trug mit dem Film "Otto - Der Ausserfriesische" zur Bekanntheit bei, in dem er den Leuchtturm als Wohnung nutzte. 

Das wars dann mit den Türmen. Mehr gab es nicht. Dafür wieder Windmühlen.

Die vielleicht berühmtesten Mühlen in Ostfriesland sind die Zwillingsmühlen am Ortseingang des ostfriesischen Fischerdorfes Greetsiel.
Die grüne Zwillingsmühle wurde 1856 erbaut. Im Herbst 1972 musste dann der Betrieb eingestellt werden. Ein heftiger Sturm verursachte einen Flügelbruch und legte die Windmühle lahm. Heute enthält sie eine Teestube mit Kunstgalerie.
Die rote Zwillingsmühle wurde bereits 1706 errichtet und erfüllt bis heute ihren vollen Zweck. Sie kann mit Wind- und Motorkraft mahlen.
Das Dorf ist offensichtlich ein touristischer Anziehungspunkt. Die engen Straßen waren voller Menschen. Radfahren ging nicht. Da wir eh absteigen mussten, nutzten wir die Gelegenheit zur Flüssigkeitsaufnahme in einer der vielen Gaststätten.

Der Hafen Greetsiels ist der einzige Hafen der Leybucht und tidenunabhängig erreichbar. Er beheimatet die größte Krabbenkutterflotte Ostfrieslands mit bis zu 25 Schiffen, die den Hauptfang der Nordseekrabben betreiben. Wir, insbesondere Kirsten, haben vom Fang gekostet und den für sehr gut befunden,
Nach knapp 60 Kilometern sind wir bei Sonnenschein wieder in unserem Hotel angekommen und haben den Kurztrip an die Nordsee beendet.
Was haben wir dabei gelernt?
Der größte Höhenunterschied der einzelnen Etappen betrug gewaltige 12 Meter. Dafür gab es ein bisschen Wind.
So richtig viele Sehenswürdigkeiten haben wir nicht gefunden. Was dazu führte, dass die Touren abschnittsweise nur bedingt interessant waren.
Fast alle Gebäude hier haben Fassaden aus Klinker. Wenn beim Bau dann noch ein paar Steine übrig geblieben sind, hat man die genutzt, um die Straßen in den Innenstädten (teilweise) damit zu pflastern. Ist bei Nässe etwas ungünstig, nämlich ziemlich glatt.
In Ostfriesland wurden viele Millionen Betonsteine auf den Straßen und Radwegen verlegt. Jedoch ist das in den meisten Fällen schon ein bisschen her. Die Flächen sind heute nicht mehr so ganz eben. Auch viele der betonierten oder asphaltierten Wege bedürfen dringend einer Oberflächenbearbeitung. Streckenweise wurden wir ganz schön durchgeschüttelt. Unsere Handgelenke fanden das nicht so gut. Aber es gab auch Abschnitte mit richtig gutem Straßenbelag.
Unsere Unterkunft war sehr gut. Insbesondere den Wellnessbereich haben wir täglich ausgiebig genutzt. Die (gebuchten) 3-Gänge-Menüs am Abend mussten wir uns selbst zusammenstellen, weil es keine Menükarten gibt. Das war etwas gewöhnungsbedürftig, aber nicht unbedingt nachteilig für uns.

2026 - Ostfriesland Sternfahrt

Ostfriesland - Küste und Wattenmeer

Die heutige Etappe trägt den Namen "Die Nordeseeküste und das Wattenmeer". Bei schönem Wetter und Rückenwind (so heißt auch der Reiseveranstalter) sind wir gut 30 Kilometer entlang der Küste gefahren. Da vormittags hier Ebbe ist,  also auch am Wattenmeer. Wir haben nur nichts davon gesehen. Zwischen dem Weg und dem Meer hat jemand einen etwa 8 Meter hohen Deich aufgeschüttet. Der wird ständig von den Deich-Helden festgetrampelt und abgegrast. Damit die nicht wegrennen, ist der Deich über die komplette Strecke eingezäunt.

Wir sind demzufolge überhaupt nicht ans Wattenmeer herangekommen. 
Unsere Reiseunterlagen enthielten einen Gutschein für eine Tee - Zeremonie in der Teestube Dornum. Da der Ort an der heutigen Strecke liegt, haben wir den auch eingelöst. Zeitlich hat das ganz gut gepasst. Den gerade einsetzenden Regen konnten wir im Trockenen bei Tee und Kuchen absitzen.

Nachdem der Tee ausgetrunken und der Kuchen vertilgt war, ist auch der Regen weiter gezogen, so dass wir uns wieder auf den Weg machen konnten, um der ältesten erhaltene Windmühle Ostfrieslands einen Besuch abzustatten.

Die Bockwindmühle Dornum wurde 1626, während des Dreißigjährigen Krieges, erbaut.
Kurz nach dem Fotoshooting setzte wieder leichter Regen ein, so dass wir erstmals unsere Regenjacken ausgepackt und angezogen haben. Es war aber nur kurz und ich wollte meine Jacke schon wieder einpacken, als das Foto von der abziehenden Wolke gemacht wurde.

Kurz danach ging es richtig los. Wir waren gerade auf freiem Feld, ohne Unterstellmöglichkeit, unterwegs und ganz schnell fast komplett durchgeweicht. In mehreren Schüben kam richtig viel Wasser vom Himmel herunter. Zum Glück sind wir nicht wasserlöslich.
Eine Radfahrertruppe, die auch hier im Hotel wohnt, ist etwas früher von der Teestube gestartet und eine etwas andere Strecke, nur ein paar hundert Meter nördlich von unserer, gefahren. Die sind kurz vor uns trocken hier angekommen.
In der Sauna haben wir uns wieder aufgewärmt. 

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Ostfriesland - Anreise und Tag 1

Die Anreise nach Ostfriesland hat ein bisschen länger gedauert, als geplant. Viel Verkehr, nervige Baustellen, Straßensperrungen nach Unfällen haben dafür gesorgt, dass wir rund 50 Kilometer mehr fahren mussten und eineinhalb Stunden später hier ankamen. Als unser Navi meinte, dass wir unser Ziel erreicht haben, war unser Hotel aber nicht zu sehen. Nach ein paar Ehrenrunden habe ich das Auto abgestellt, um zu Fuß weiter zu suchen. Ich habs dann auch gefunden - man wollte uns nur ein bisschen verwirren.
Das Haus liegt inmitten einer Fußgängerzone, wo es nur wenige enge Straßen gibt, die man mit dem Auto befahren kann. Unser Hotel heißt "Fides Boutique Hotel". Auf der Straße vor dem Haus stand "Amber". Das ist das Restaurant des Hotels. In der Parallelstraße auf der Rückseite steht ein Schild mit der Aufschrift "Romantik Hotel Reichshof" (so hieß es früher einmal). Im Durchgang zwischen den beiden Straßen, der nur zu Fuß hzu erreichen ist, war dann der richtige Name zu finden. Offensichtlich hat erst kürzlich der Besitzer gewechselt. Ich habe den Eindruck, dass auch im Hotel die Organisation noch nicht so ganz rund läuft. Aber alle sind hier sehr nett und zuvorkommend zu uns.
Nach dem Abendessen haben wir noch einen kleinen Spaziergang unternommen, um uns die Gegend anzusehen. Ganz in der Nähe stehen zwei der drei restaurierten Windmühlen der Stadt aus dem 19. Jahrhundert.

Das ist die Frisiamühle.
Die heißt genau so, wie die Fähre, mit der wir nach Norderney übergesetzt sind. Weil heute vielleicht der einzige Tag unserer Reise mit richtig schönem Wetter war, haben wir die für Dienstag geplante Norderney-Tour vorgezogen.

Vorweg muß ich noch erwähnen, dass Deutschlands Küstenregionen nicht zu meinen bevorzugten Reisezielen gehört. Aber ich representiere eben nur 50% unserer Reisegruppe... Eine euphorische Berichterstattung ist nicht unbedingt zu erwarten.
Auf dem Weg zur Halbinsel Nordstrand, dem zentralen Abfahrthafen für die Fährschiffe, wurden wir im Zick-Zack durch Norden geschickt. Der Veranstalter wollte ins offenbar die Stadt näher bringen. Andererseits ist die Insel Norderney nicht so groß und wir sollten vielleicht noch ein paar zusätzliche Kilometer fahren. 

Die Insel selbst fand ich nicht sonderlich aufregend. Außer etlichen grasbewachsenen Sandhügeln, einem alten Leuchtturm und ringsrum Wasser, das aber gerade nicht da, bzw. weiter weg war, ist da nichts. Die meisten Radwege sind schon etwas betagt, und für die Anzahl der Radfahrer, die stündlich aus den Fähren 'ausgeschüttet' werden, viel zu schmal.

Dieser hier (rechts) ist einer der breiteren Wege.
Schön wars am Nordstrand der Insel. Ganz weißer, feiner Sand. Aber trotz 27°C Luft- und 19° Wassertemperatur, war hier recht wenig Betrieb. War der Weg bis zum Wasser zu weit? Dafür war das Strandrestaurant voll, trotz heftiger Preise.


Wir hatten unser Picknick selbst dabei.
Ein Fazit der ersten Etappe: Mein Körper ist nun wieder zweifarbig eingefärbt. Gesicht, Arme und Beine sind rot, die bedeckten Körperteile weiß. 

Der Leuchtturm von Norderney sollte Euch nicht vorenthalten werden.

2026 - Ostfriesland Sternfahrt

September 2026 • Ostfriesland Sternfahrt

Es ist alles organisiert, am 06. September fahren wir gen Norden. Nach Norden. Die Stadt in Ostfriesland ist der Ausgangspunkt für unsere Radtouren an der Nordseeküste. Wir werden vier Etappen mit insgesamt rund 220 Kilometern absolvieren und hier darüber berichten.

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